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Revierleitung : Ur-Rendsburger wird Polizeichef

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rainer Tschirne (57) übernimmt die Leitung des Reviers Rendsburg. Seit 1984 arbeitet der Ex-Handballer in der Stadt.

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erstellt am 15.Okt.2017 | 14:35 Uhr

Er ist ein waschechter Rendsburger. Rainer Tschirne leitet seit dem 1. Oktober das Polizeirevier Rendsburg. Der 57-Jährige ist damit Polizeichef für einen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde. „Das ist mein Ziel, das ich immer vor Augen hatte. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte der Erste Polizeihauptkommissar gestern bei einem Pressegespräch. Sein Vorgänger, der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Tix, ging Ende Juli nach zehn Jahren im Amt in den Ruhestand.

Tschirne ist mit der Gegend sehr verbunden. Er ist in Rendsburg geboren, in einem Wohnblock in Rotenhof an der Niebüller Straße aufgewachsen, hat den Kindergarten der St.-Jürgen-Kirche sowie die Grundschule Rotenhof besucht und 1980 an der Herderschule das Abitur abgelegt.

Einen Großteil der Sprossen auf der polizeilichen Karriereleiter erklomm er in Rendsburg. Nach dem Fachhochschulstudium in Altenholz und dem ersten Dienst bei der Polizeiinspektion Flensburg kehrte er 1984 in seine Heimatstadt zurück. Er wurde Einsatzleiter der Polizeiinspektion Rendsburg, einst zuständig für das Kreisgebiet. Ab 1985 durchkämmte er als Kontaktbeamter die Innenstadt und übernahm die Leitung des Bezirksdienstes für das Stadtgebiet. „Da war ich viel zu Fuß unterwegs und bin mit den Leuten ins Gespräch gekommen.“ Der Bezirksdienst versieht Kernaufgaben der Polizeiarbeit vor Ort: „Wenn ein Zweig über die Grundstücksgrenze ragt und es zu Beleidigungen kommt, vermittelt die Polizei“, erläuterte Tschirne. Die Beamten des Bezirksdienstes ermitteln bei Gewalt in der Familie. So manchen Abend verbrachten Tschirne und seine Kollegen vor einschlägigen Kneipen, um Kleinkriminelle abzupassen und festzunehmen. Gewalt gegen Polizeibeamte lernte er nicht nur als zunehmendes Phänomen kennen, sondern erfuhr sie am eigenen Leib. Tschirne stieg zum Leiter des Ermittlungsdienstes für das Stadtgebiet und 1996 zum stellvertretenden Chef des Polizeireviers Rendsburg auf. Während der vergangenen neun Jahre leitete er das Polizei-Bezirksrevier Rendsburg an der Helgoländer Straße (Rendsburg-West); die Beamten überwachen den Schwerlastverkehr, nehmen Tempokontrollen vor und ermitteln in Umwelt- sowie Verbraucherschutzdelikten.

Dort führte Tschirne 40 Mitarbeiter. Mit seinem neuen Posten hat er die Verantwortung für 87 Polizeibeamte übernommen. Davon stellen etwa 50 Beschäftigte in vier Schichten rund um die Uhr den Wachdienst in der Polizeidienststelle in Rendsburg an der Moltkestraße sicher. Die anderen Kollegen leisten den Bezirksdienst. Sie verteilen sich auf die Dienststelle Rendsburg, die Polizeistationen in Fockbek, Owschlag, Osterrönfeld und die Landesunterkunft für Geflüchtete in der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne sowie auf das Polizeibüro Büdelsdorf. Das Einzugsgebiet des Reviers reicht darüber hinaus nach Kropp, Erfde sowie Bovenau und umfasst etwa 80  000 Einwohner.

Rendsburg stellt aus Sicht der Polizei kein besonders auffälliges Pflaster dar. Die Beamten haben mit Ladendiebstählen, Wohnungseinbrüchen und Körperverletzungen zu tun. „Das ganz normale Spektrum“, so Tschirne. Als Leiter fährt er nicht mehr Streife. Nur bei großen Bränden oder Verkehrsunfällen ist er am Einsatzort. „Meine wesentliche Aufgabe ist die Planung und Organisation, die Lage zu beurteilen und Schlüsse daraus zu ziehen.“

Tschirne ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sein Ruhestand ist bereits in Sicht. Im Alter von 60 Jahren und neun Monaten will Rainer Tschirne in Pension gehen.

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