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Rendsburg : Unwetter überforderte Kanalisation

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

62 Liter pro Quadratmeter prasselten auf Rendsburg nieder. Kanaltunnel war für fast zwei Stunden gesperrt.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Das war einfach zu viel: Das Unwetter vom Donnerstagabend zeigte der Rendsburger Kanalisation die Grenzen auf. Auch der Kanaltunnel musste für fast zwei Stunden gesperrt werden. Gegen Mitternacht konnte die Pumpe an der tiefsten Stelle des Tunnels die Wassermengen nicht mehr bewältigen. Der Pegel erreichte eine Höhe von über 50 Zentimetern.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wies gestern darauf hin, dass derzeit nur eine Pumpe mit einer Leistung von 33 Litern pro Sekunde bereit stehe. Nach Abschluss der Tunnelsanierung sollen es drei Pumpen sein. Beide Röhren waren von dem Wassereinbruch betroffen. Dennoch konnten die Bauarbeiten in der Oströhre am Vormittag planmäßig fortgesetzt werden.

Die Regenmassen sorgten an etlichen Stellen in der Stadt für Probleme. „Wir hatten alle Hände voll zu tun und waren zwischen 21.30 und 8 Uhr im Grunde ununterbrochen im Einsatz“, erklärte Rendsburgs Wehrführer Gerrit Hilburger. Über 100 Einsätze verzeichnete er, noch gestern war die Feuerwehr dabei, „das Schlachtfeld aufzuräumen“. Auch das Technische Hilfswerk, der Umwelt- und Technikhof sowie das Deutsche Rote Kreuz wurden zu Hilfe gerufen, um der Lage Herr zu werden. „Die Anrufe kamen fast im Sekundentakt. Irgendwann kamen wir einfach nicht mehr dagegen an“, berichtete Hilburger von einer „unglaublich stressigen“ Nacht, die erst am Morgen mit der Rückkehr nach Hause und ein paar Stunden Schlaf endete.

Neben vielen anderen Kellern erwischte es auch den des Polizeireviers in der Moltkestraße. „Ungefähr knöchelhoch stand dort das Wasser, das durch einen Lichtschacht eingedrungen ist“, sagte Polizeihauptkommissar Sven Schuberth. Dabei hatte die Polizei eigentlich schon genug zu tun, musste bei rund 30 Einsätzen unter anderem diverse Straßen absichern, in denen die Gullydeckel dem Druck des Wassers nicht mehr gewachsen waren und hochgeschwemmt wurden. Stefan Buche, Technischer Betrieb/Leiter Kanalisation bei der Abwasserbeseitigung Rendsburg, erklärte: „Die Kanalisation war ob des starken Regens schlichtweg überlastet.“ Insgesamt gingen in der Nacht zu gestern auf Rendsburg pro Quadratmeter 62 Liter Regen nieder. Von schwerwiegenden Hagelschäden hatte die Polizei keine Kenntnis. „Aber das ein oder andere Auto dürfte nun mehr einem Golfball ähneln“, vermutete Schuberth.

Auch noch gestern waren die Auswirkungen des Unwetters nicht zu Übersehen. So spiegelte sich zum Beispiel das Hohe Arsenal geradezu idyllisch in der überfluteten Wiese davor. Der Seekenbek, der normalerweise recht gemächlich auf Höhe der Ecke Fockbeker Chaussee/Am Margarethenhof in ein Regenbecken fließt, bahnte sich auch rund zwölf Stunden nach dem großen Guss noch immer seinen Weg über den kleinen Damm in einen ansonsten toten Flussarm.

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