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Elbphilharmonie in Hamburg : Unternehmen aus Osterrönfeld: „Alles, was wir eingebaut haben, funktioniert“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Millionen-Auftrag: Ein Osterrönfelder Unternehmen installierte Kälte- und Wärme-Rohrsysteme im Konzertsaal der Elbphilharmonie.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 11:27 Uhr

Osterrönfeld | Nach einer skandalträchtigen zehnjährigen Bauzeit soll die Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 festlich eröffnet werden. Herzstück ist der 2100 Zuhörer fassende Konzertsaal. Um diesen angenehm temperieren zu können, verlässt sich Generalunternehmer Hochtief auf eine Firma aus Schleswig-Holstein. Die Rolf Petersen GmbH mit Sitz in Osterrönfeld bei Rendsburg installierte Kälte- und Wärme-Rohrsysteme mit einer Gesamtlänge von über 31 Kilometern, außerdem Fußbodenheizungen für Büros sowie Konvektoren, die die Raumluft erwärmen. Wert des Auftrags: vier Millionen Euro.

In ersten Tests musste sich die Technik bereits bewähren. Mit dem Ergebnis ist Hans von Altenbockum zufrieden. „Alles, was wir eingebaut haben, funktioniert“, sagt der Bauleiter der Firma Petersen, der im März 2009 auf Hamburgs berühmtester Baustelle die Arbeit aufnahm. Zu dieser Zeit werkelte Hochtief bereits seit knapp zwei Jahren an dem Prestigeobjekt. Zahlreiche Fachfirmen wurden mit ins Boot geholt. Die Firma Petersen unterbreitete ein Angebot und bekam den Zuschlag.

Freude über Prestigeauftrag: Prokurist Stephan Ernst-Petersen, Geschäftsführer Rolf Petersen, Mitarbeiterin Margot Betke und Bauleiter Hans von Altenbockum (von links).
Freude über Prestigeauftrag: Prokurist Stephan Ernst-Petersen, Geschäftsführer Rolf Petersen, Mitarbeiterin Margot Betke und Bauleiter Hans von Altenbockum (von links). Foto: dj
 

Damit war sie für die Rohrleitungssysteme rund um den Konzertsaal verantwortlich, der sich über die Obergeschosse 10 bis 19 erstreckt. Zudem mussten die Rohre mit Heizungsanlagen und Steuerzentralen verknüpft werden. Von Altenbockum: „Insgesamt reichen unsere Leitungen vom ersten Untergeschoss bis zum 20. Obergeschoss.“ Bis zu 28 Mitarbeiter aus Osterrönfeld waren gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt.

Ursprünglich sollte die 110 Meter hohe Elbphilharmonie im Jahr 2010 fertiggestellt werden. Doch Planungsfehler, Fehlkalkulationen, neue Sicherheitsauflagen und immer wieder Streitigkeiten über Kostensteigerungen machten die Zeitpläne mehrfach zur Makulatur. Auch die Firma Rolf Petersen bekam dies zu spüren. Sie sollte im Oktober 2011 die Arbeiten abschließen. „Aber die baulichen Voraussetzungen, um termingerecht arbeiten zu können, lagen nicht immer vor“, formuliert es von Altenbockum diplomatisch. Soll heißen: Wenn andere Gewerke in Verzug kamen, mussten die Sanitär- und Heizungsspezialisten aus Osterrönfeld es ausbaden. „Darüber habe ich graue Haare bekommen“, sagt der Ingenieur mit einem Schmunzeln. Er betont: „Wir selbst waren immer im Plan, wir haben nie Terminprobleme verursacht.“

Es gab noch weitere Probleme. Eines der größten: „Die Qualität der Ausführungspläne war in den ersten Jahren mangelhaft und entsprach nicht dem Standard“, erinnert sich der Ingenieur. So stimmten die Zeichnungen oft nicht mit der tatsächlichen Raumstruktur überein. Von Altenbockum: „Wir mussten die Pläne erstmal ans Gebäude anpassen“. Die Kosten explodierten. Während sich Hochtief mit der Hansestadt Hamburg über die gestiegenen Gesamtkosten von ursprünglich 77 Millionen auf 789 Millionen Euro stritt, setzte sich die Firma Petersen mit Hochtief ebenfalls über Nachforderungen auseinander. Keine leichten Verhandlungen, aber sie waren erfolgreich. Von Altenbockum: „Hochtief hat uns immer bezahlt.“ Im Ursprungsvertrag hatte man sich auf 2,7 Millionen geeinigt, letztendlich wurden es 1,3 Millionen Euro mehr.

Das Gros ist getan, kleine Restarbeiten werden in diesen Wochen erledigt. „Im Juni müssen wir endgültig fertig sein. Das schaffen wir“, sagt Hans von Altenbockum. Damit wäre dann das Kapitel Elbphilharmonie nach sieben Jahren für ihn und die Firma Rolf Petersen abgeschlossen – bis auf eine Kleinigkeit: „Wenn hier alles in Betrieb ist, möchte ich das schon gern mal sehen.“

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