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Hohenwestedt : Unterhaltsamer Parcours mit ernstem Hintergrund

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jugendliche der Schule Hohe Geest setzten sich interaktiv mit dem Thema Suchtprävention auseinander.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 09:42 Uhr

Um Alkohol, Tabak, Glücksspiel und Werbung geht es in dem Präventionsparcours, den derzeit 400 Acht- und Neuntklässler der „Schule Hohe Geest“ (SHG) in Hohenwestedt absolvieren. „Dieses Angebot ist etwas Besonderes, denn hier gibt es eine ganz andere Art der Herangehensweise: Die Schüler müssen an den Stationen etwas machen und sich interaktiv mit den Themen auseinandersetzen“, erklärt Joachim Teipel von der Aktivgruppe „Droge 70“ (Rendsburg) über den im Sport- und Jugendheim aufgebauten „KlarSicht“-Parcours.

Die interaktiven Stationen basieren auf einem von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erstellten Grundkonzept, das von der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein (LSSH) weiterentwickelt wurde. Durch ein „Tor der Entscheidung“ starten die Schüler ihren 90-minütigen Rundgang durch den „KlarSicht“-Parcours, bei dem sie von Honorarkräften der „Droge 70“ betreut werden. Zuerst sollen die Teenager mit Abstimmungsbällen Stellung zu der Frage beziehen: „Stimmt es, dass eine Party ohne Alkohol langweilig ist?“

„Die ersten Berührungspunkte mit Drogen sind in diesem Alter Alkohol und Zigaretten“, weiß SHG-Lehrerin Ina Patjens. Am Parcours-Stand zum Thema Alkohol können die Schüler eine so genannte „Drunkbuster“-Brille testen. Mit der werden die Orientierungsdefizite einer betrunkenen Person mit 1,3 Promille simuliert. An der Zigaretten-Station gibt es Informationen unter anderem über Gesundheitsgefahren und Kosten der Nikotinsucht oder beim Rauchen mit der Shisha sowie über die positiven Auswirkungen der „letzten Zigarette“. Ein Roulette-Rad ist das interaktive Element am Glücksspiel-Stand. „Wir verzeichnen eine deutliche Zunahmen von Schülern, die in ihren Freistunden Spielhallen aufsuchen. Darum wollten wir das Thema Spielsucht auf jeden Fall auch mit aufgreifen“, erklärt Joachim Teipel. Die Werbung für Alkohol wird ebenfalls thematisiert. „Die Reklame arbeitet mit Bildern, die nur die genussvollen und tollen Seiten des Konsums zeigen, die einen in die ‚Bacardi-Welt‘ entführen – so nach dem Motto: Sauf dich frei“, betont Teipel: „Indem wir auf diese einseitige Darstellung hinweisen, hoffen wir auf einen Aha-Effekt bei den Jugendlichen.“

An einer weiteren Station sind die Acht- und Neuntklässler dazu aufgerufen, sich in einer – einer Talkshow ähnelnden – Gesprächsrunde anhand von zur Auswahl stehenden Themenkarten eine Geschichte über Suchtprobleme auszudenken. „Man kann sehen, dass der Parcours bei unseren Schülern auf eine hervorragende Resonanz stößt, weil sie sich hier aktiv beteiligen und eigene Erfahrungen mit einbringen können“, stellt Schulleiter Hans Christian Behrendt fest: „Wir betrachten dies als ein sehr erfolgreiches Projekt.“ Lehrerin Patjens ergänzt: „Dieser Parcours ist als ein kleiner Bestandteil eingebettet in das umfangreiche Präventionskonzept unserer Schule.“

Der von der AOK gesponserte „KlarSicht“-Parcours wird am 27./28. November in der Gemeinschaftsschule in Nortorf zu Gast sein.

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