Zwei Jungs aus Felde : Unter Palmen in Panama gestrandet – aufgrund der Coronakrise

Am Strand vor dem Hotel in Panama: Felix Trompke (rechts) und Christoph Engel sind im Paradies gestrandet. Wann sie wieder nach Deutschland kommen, wissen sie nicht.
Am Strand vor dem Hotel in Panama: Felix Trompke (rechts) und Christoph Engel sind im Paradies gestrandet. Wann sie wieder nach Deutschland kommen, wissen sie nicht.

Felix Trompke und Christoph Engel bleiben optimistisch und hoffen auf die Unterstützung der deutschen Botschaft.

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27. März 2020, 15:12 Uhr

„Oh wie schön ist Panama!“ Und das auch, obwohl Christoph Engel und Felix Trompke nicht wissen, wie lange sie hier noch festsitzen. Geht es morgen wieder zurück nach Deutschland oder wird es erst in 30 Tagen einen Flieger geben? Sie wissen es nicht. Beides ist möglich.

Seit knapp drei Wochen sind die beiden Wahlhamburger, die ursprünglich aus Felde kommen, in Mittelamerika gestrandet. Doch anstatt sich der Hysterie hinzugeben und stündlich mit der deutschen Botschaft zu telefonieren, machen die zwei das Beste draus und warten geduldig.

Ziel war eigentlich ein Festival

Das Hotel, in dem Christoph und Felix untergekommen sind, ist längst verwaist. Nur eine Gruppe Israelis, die zum Surfurlaub an den traumhaften Strand von Venao gereist sind, ist noch da. Alle anderen sind abgereist. Anfang März sind die Freunde und Geschäftspartner hier im Paradies angekommen. „Zu dieser Zeit war das Ausmaß der Corona-Krise noch überhaupt nicht absehbar“, sagen sie.

Ein wenig gewundert hatten sie sich allerdings schon, als am Flughafen ihre Temperatur an der Stirn gemessen wurde. Doch ansonsten schien alles normal. Ihr Ziel für die Reise: das Sonica Venao Festival. Dort sollten sie eine aufwendige Musik- und Lichtinstallation aufbauen – eine interaktive Erlebniskapsel, welche die Festivalbesucher selber steuern können.

Optimistisch bleiben und abwarten

Ein halbes Jahr lang hatten sie an diesem Großprojekt bereits getüftelt, der Aufbau sollte einer der Höhepunkte des Jahres werden. Nach wenigen Tagen dann die Ernüchterung: Das Festival fällt aus. Im ersten Moment natürlich ein Dämpfer, denn in die Installation hatte sie schon etliche Stunden Arbeit und ihr ganzes Herzblut gesteckt.

Doch anstatt sich über die Absage zu ärgern und sich in den Corona-News zu verlieren, warten die beiden geduldig ab. Ganz so einfach wird es allerdings nicht - selbst, wenn sie zeitnah einen Platz im Flieger bekommen. Denn das Hotel liegt sechs Stunden Autofahrt vom Flughafen entfernt. Doch öffentliche Verkehrsmittel fahren längst nicht mehr. „Wir hoffen hier auf die Unterstützung der deutschen Botschaft. Es wurde schon angekündigt, dass möglicherweise Shuttles bereitgestellt werden. Wir bleiben optimistisch.“

Seit Mittwoch herrscht Ausgangssperre

Versorgt sind die Beiden – und das beruhigt natürlich auch die Familien zu Hause in Felde, mit denen sie regelmäßig telefonieren. Frühstück können sie sich zum Mitnehmen holen, genauso wie warme Mahlzeiten in den umliegenden Restaurants, die alle Take-Away anbieten. Im benachbarten Hostel dürfen sie die Küche nutzen und in der Holzwerkstatt des Festival-Veranstalters wollen sie ihre Installation trotzdem aufbauen. „Das nächste Sonica Venao ist schon in Planung und wir nutzen die Zeit natürlich auch, um die Installation weiterzuentwickeln.“

Bis vor wenigen Tagen durften sie noch von 5 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags das Hotel verlassen. Seit Mittwoch heißt es komplette Ausgangssperre. Deshalb geht es jetzt vorerst ins Homeoffice.

„Home Office“ mit Strandblick

Erst vor einem Jahr haben sie ihre Firma „die fotobox jungs“ gegründet. Hierfür fertigen sie individuelle Fotobox-Welten an und vermieten diese für Veranstaltungen. „Auch uns brechen gerade natürlich die Aufträge weg“, berichten sie. Doch sie nutzen die Zeit in Panama für Events in weiterer Zukunft, räumen ihren Server auf und tüfteln an neuen Ideen. „Alle Arbeiten, die wir jetzt machen können, können wir auch von hier machen“, sagt Felix Trompke. Mit dem Unterschied, dass sie in Panama auf den Strand direkt vorm Hotel schauen können.

„Wir nehmen die Lage natürlich sehr ernst aber wir wollen auch nicht in Panik verfallen. Uns geht es hier gut und irgendwann kommen wir sicherlich nach Hause“, so Christoph Engel. Und wenn sie abends auf der leeren Hotelterrasse sitzen und den Sonnenuntergang beobachten, vergessen sie für einen Moment, was gerade in der Welt passiert. Das wäre zu Hause in Hamburg sicherlich anders.




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