Artenschutz : Uno zeichnet Arche Warder aus

Preisverleihung mit Hahn in der Arche Warder: Jury-Mitglied Claudia Sewig mit dem Preis, Arche-Chef Kai Frölich und Staatssekretärin Anke Erdmann (von links) amüsieren sich über einen Vertreter des Deutschen Lachshuhns. Die Hennen zeichnen sich durch eine gute Legeleistung aus.
Preisverleihung mit Hahn in der Arche Warder: Jury-Mitglied Claudia Sewig mit dem Preis, Arche-Chef Kai Frölich und Staatssekretärin Anke Erdmann (von links) amüsieren sich über einen Vertreter des Deutschen Lachshuhns. Die Hennen zeichnen sich durch eine gute Legeleistung aus.

Offizielles Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt / Einstimmiges Votum der Jury

shz.de von
27. März 2018, 10:16 Uhr

Warder | Wie wichtig die Arbeit der Arche Warder ist, wurde gestern wieder bestätigt. Europas größtes Zentrum für seltene Nutztierrassen ist nun als offizielles Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt anerkannt. Tierparkchef Professor Dr. Kai Frölich nahm den Preis in einer Feierstunde entgegen und dankte seinen Mitarbeiter für ihr Engagement.

„Bei unserer Entscheidung legen wir Wert darauf, dass es einen Multiplikator gibt“, sagte Jury-Mitglied Claudia Sewig, und dies werde in der Arche Warder voll erfüllt. Bildung und Artenschutz präsentiere die Einrichtung anschaulich und nachvollziehbar. Die anderen Kriterien werden nicht öffentlich genannt – aber das Urteil der Jury sei einstimmig für die Arche gefallen.

Anke Erdmann, Staatssekretärin im Umweltministerium, sagte, dass die Arche Warder aus dem Bild Schleswig-Holsteins nicht mehr weg zu denken sei. Wie wichtig das Thema biologische Vielfalt sei, machte die Politikerin durch ein Zitat aus dem Vorwort des Bildbandes „In Gefahr“ des Fotografen Tim Flach deutlich. Die zerstörerische Entwicklung des Artenschwundes müsse aufgehalten werden. Dies sei jedoch nur zu schaffen, wenn man nicht-menschliche Lebensformen stärker wertschätze. Man müsse lernen, welche Bedeutung andere Organismen für das Überleben der Menschen, sowie die eigene Gesundheit hätten, so Erdmann. Tierparkchef Frölich unterstrich, dass man die Gesellschaft nur ändern kann, wenn man Bildung vermittelt – dies sei eines der Leitprinzipien der Arche. Biodiversität bedeutet Vielfalt – und diese versucht die Arche Warder durch den Erhalt von Stammrassen und anderen seltenen Tiere zu gewährleisten. Nur durch Vielfalt könnten wichtige Merkmale erhalten bleiben, so Frölich. So sei das Turopolje-Schwein beispielsweise mit einem besseren Immunsystem ausgestattet als die Hochleistungsschweine in der Landwirtschaft.

UN-Dekade

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde. Die Dekade soll die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben bewusst machen und Handeln anstoßen.

Infos auf www.undekade-biologischevielfalt.de

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