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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Ungewisse Zukunft für Tagesmütter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wegen Schwierigkeiten beim Übergang in den Kindergarten wechseln Eltern noch vor dem dritten Geburtstag ihrer Kinder zur Krippe. Die Tagesmütter stellt das vor Probleme.

Die Tagesmütter im Kreis haben immer öfter mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eltern kündigten häufig den Betreuungsvertrag für ihre Kinder unter drei Jahren, sobald in einer Krippe der Umgebung ein Platz frei wird. Das beklagt zumindest der Tagesmütterverein Rendsburg-Eckernförde. Die Mitglieder verlieren der Vorsitzenden Heike Benn zufolge dadurch Planungssicherheit und Einnahmen. Das ist offenbar eine unvorhergesehene Folge des Rechtsanspruchs auf U3-Betreuung. Denn sobald die Tagesmütter-Kinder drei Jahre alt werden, ist der Übergang in den Kindergarten nicht geregelt.

Etwas besseres konnte den Tagesmüttern im Kreis vor einem Jahr nicht passieren: Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren ab August 2013 zu erfüllen, haben sich die meisten Gemeinden im Kreis dazu entschieden, Eltern die Wahl zwischen Krippe und Tagesmutter zu lassen. Die Gemeinden und der Kreis übernehmen jeweils einen Euro pro Betreuungsstunde. „Der Kreis hält das System der Tagespflege für eine wichtige Säule“, sagt Christina Mönke, Fachdienstleiterin für Kinder, Jugend und Sport in der Kreisverwaltung. Durch die Wahlmöglichkeit traten die Tagesmütter einen Schritt aus dem Schatten der Kindergärten heraus. Doch jetzt zeigt sich, dass das politische Versprechen eine Folge hat, über die wohl nicht ausreichend nachgedacht wurde. Laut Heike Benn bekommen Eltern der Tagesmütter-Kinder zumindest in einigen Gemeinden Schwierigkeiten, ihren Nachwuchs nach dem dritten Geburtstag im regulären Kindergarten unterzubringen. Deshalb berichten viele der 49 im Verein organisierten Tagesmütter davon, dass Eltern den Betreuungsvertrag bereits kündigen, sobald ein Krippenplatz zur Verfügung steht. Denn die Einrichtungen gewährleisten einen nahtlosen Übergang von den Krippengruppen für Unter-Dreijährige in die Regelgruppen für ältere Kinder. „Die Kinder, die von Tagesmüttern betreut werden, müssen jedoch jeweils auf den Beginn des Kindergartenjahres am 1. August warten“, sagt Heike Benn. Vorher sei selten ein Platz frei. Für Mädchen und Jungen, die aber beispielsweise im März die Altersgrenze überschreiten, gibt es keine Förderung durch Kreis und Gemeinden mehr. Für viele Eltern sei das nicht finanzierbar. „Die Eltern hängen in der Luft. Eine Tagesmutter war im Januar deshalb auf einen Schlag vier Kinder los“, berichtet Benn, die selbst Tagespflege anbietet. Eines ihrer Betreuungskinder werde etwa im September drei Jahre alt. „Die Mutter weiß noch nicht, wie es dann weiter geht – und ich damit auch nicht. Ich muss aber mit den Kindern rechnen können, weil die Kosten weiterhin anfallen.“ Für solche Fälle wünschen sich die Vorsitzende und das Beiratsmitglied Beate Nielsen eine Übergangsregelung, in der die Förderung noch greift. Zudem halten sie es für wichtig, eine digitale Vernetzung über die elf bereits bestehenden Vermittlungsstellen des Kreises hinaus zu schaffen, um Transparenz für Eltern, Kindergärten und Tagespflegepersonen zu erreichen. Das Amt Eiderkanal etwa habe bereits ein Computerprogramm angeschafft, so Beate Nielsen, die auch jugendpolitische Sprecherin der Kreis-CDU und stellvertretende Vorsitzende im Jugendhilfeausschuss ist.

Im Fachbereich Jugend und Familie des Kreises ist das Problem noch nicht bekannt. „Wir wissen aber, dass die Gemeinden sehr bemüht sind, auch individuelle Lösungen zu finden“, sagt Christina Mönke. Ihr zufolge sind die Ziele der Tagespflege im Kreis nicht erreicht. Zum Ende des vergangenen Jahres waren 368 Kinder in dieser Betreuungsform, 900 sollten es ursprünglich sein. Auch die Zahl der Tagesmütter mit 158 erreichte nicht das Ziel von 200. Insgesamt registrierte die Verwaltung zu dem Zeitpunkt 710 Plätze.

Der Jugendhilfeausschuss beschäftigt sich am Mittwoch, 19. Februar, auch mit der Förderung der Tagespflege. Heike Benn hofft, dass sich der Ausschuss dann auch mit dem Problem des Übergangs von der Tagesmutter zum Kindergarten befasst.

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erstellt am 12.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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