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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 22:20 Uhr

Ungeschminkt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 26.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Es ist die Woche der Entscheidung. Der Rendsburger Bauausschuss befindet am Dienstag über das Sanierungsgebiet Altstadt. Das mag sich zunächst nicht sehr spannend anhören, ist aber für die weitere Entwicklung der Stadt von immenser Bedeutung. Wer sich einmal im Stegen, in der Nienstadtstraße und am Altstädter Markt umschaut, der weiß, was gemeint ist. Hier ist mehr Verkaufsfläche leer als belegt.

In einem Sanierungsgebiet bekommen Hauseigentümer Zuschüsse, wenn sie in ihre Immobilien investieren. Was daraus werden kann, ist im Vorzeigestadtteil Neuwerk zu besichtigen.

Wenn die gewählten Vertreter einwilligen, gibt es für die Stadt darüber hinaus die einmalige Chance, in Sachen Hertie das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Kauf und Abriss werden finanziell vom Land massiv unterstützt. Natürlich bereitet der Eigenanteil an dem Unternehmen Schmerzen. Und natürlich muss es zuvor ein Konzept für die Lücke geben. Die Erfahrung aber zeigt, dass es keinen Zweck hat, auf einen Investor zu warten. Es interessiert sich offensichtlich niemand für die Rendsburger Ruine. Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr verödet dieser Teil der Innenstadt. Die Chance, das zu verhindern, sollte genutzt werden.

Bei einem Besuch in Rendsburg wiegelte Ministerpräsident Torsten Albig von einigen Wochen ab: Natürlich sei es ärgerlich, dass Brücke und Tunnel gleichzeitig saniert werden müssten. Aber so schlimm sei das ja nicht. In Nordrhein-Westfalen, so wusste Albig zu berichten, werden in den Verkehrsnachrichten Staus erst ab fünf Kilometern Länge erwähnt. Alles darunter seien verstärkte Ansammlungen von Fahrzeugen. Wir merken, der Mann weiß, wie man mit solchen Situationen umgeht.

Aber merkwürdige Beruhigungsversuche helfen nicht weiter. Es ist deutlich zu spüren, dass der Unmut wächst, je länger das Verkehrs-Desaster dauert. Die Ergänzung des „Wi mokt dat“-Plakats un das schöne Wörtchen „kaputt“ ist nur eine ebenso harmlose wie logische Folge.

Die ungeschminkte Stimmung lässt sich unter anderem auf der Facebook-Seite „Rendsburger Stau“ nachlesen. Die Kommentare zeigen: Die Geduld ist am Ende, die Nerven liegen blank.

Die Rendsburger Berufs-Informationsbörse war schon immer eine gute Idee. Zehntausende Schüler haben hier in den in den vergangenen 16 Jahren wertvolle Tipps für den Berufseinstieg bekommen – und zwar nicht nur in schönen Worten auf Papier, sondern meist die ganze Wahrheit von Gleichaltrigen, die ihre Ausbildung bereits begonnen haben. Unverzichtbar.

Inzwischen aber wird die Börse auch für viele Betriebe zu einer wichtigen Veranstaltung. Wenn Fachkräfte knapp werden und Schülerzahlen sinken, müssen die Unternehmen Werbung für sich machen. Und das macht die Idee im Nachhinein noch wertvoller.

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