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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 15:21 Uhr

Eisenkunstgussmusem : Umbau mit Tücken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf ist seit 2012 geschlossen. Bei den Arbeiten sorgen Überraschungen für Verzögerungen.

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 19:18 Uhr

Der Teufel steckt oft im Detail. Darüber kann Ulrich Schneider viel erzählen. Er betreut den Umbau des Eisenkunstgussmuseums. „Wir haben etliche Überraschungen erlebt“, sagt Schneider. Und die haben dazu geführt, dass sich die Fertigstellung verschiebt: War bei Baubeginn 2013 die Wiedereröffnung noch für Juni dieses Jahres anvisiert, war zu dem Zeitpunkt von Frühjahr 2015 die Rede. Wahrscheinlich ist aber erst im Sommer 2015 alles fertig.

Das Gelände an der Glück-Auf-Allee ist durch einen hohen Gitterzaun abgesperrt, der jedoch den Blick auf das Flachdachgebäude erlaubt. Die Dachumrandung ist jetzt anthrazitfarben statt rot. „Das hat dem Haus gut getan“, findet Ulrich Schneider. Optisch, aber auch unsichtbar hat sich einiges geändert. Nach Sturm „Christian“ hatten sich die Bauherren – das Landesmuseum Schloss Gottorf, zu dem das Haus in Büdelsdorf gehört – das flache Dach genauer angesehen. Statiker empfahlen, „das Dach mit dem Baukörper zu verankern“, berichtet Schneider. Aber dort, wo eine Stahlumrandung am Dach hätte sein müssen, war – nichts. Jetzt sorgen Stahlbänder für Halt. Sie wurden in die bereits fertig sanierten Wände eingezogen.

Das Gebäude stammt aus den 60er-Jahren. Seit damals haben sich die Bauvorschriften stark verändert. Das erfordert oftmals unkonventionelle Lösungen. Ulrich Schneider tritt nahe an die Wand mit den Glasbausteinen, untersucht ihren Zustand. Alle Steine sind neu, was für den Außenstehenden nicht erkennbar ist. „Ursprünglich wollten wir einzelne Steine austauschen.“ Etliche waren blind geworden. Es waren aber so viele defekt, dass beschlossen wurde, alle Steine neu anfertigen zu lassen: mundgeblasen, wie die Originale.

Eine Firma wurde gefunden. Dann hieß es: Es handelt sich um Sonderbauteile. Im privaten Bereich kein Problem, aber beim öffentlichen Gebäude „benötigen diese eine Sonderzulassung“, erinnert sich Ulrich Schneider. „Und die hätte Jahre gedauert.“ Also wurden herkömmliche Glasbausteine besorgt.

Schneider und die wissenschaftliche Volontärin Ulrike Ernemann setzen vorsichtig einen Fuß vor den anderen, während sie sich im Inneren des Baus umsehen. Sie dürfen nicht auf Schleifen der Fußbodenheizung treten. Als nächstes wird der Estrich ausgebracht. Dann heißt es wieder warten – bis er ausgehärtet ist und die Rampen für die barrierefreien Zugänge zum Innenhof geliefert werden. Die Steine dafür werden speziell in Schweden angefertigt. Erst dann wird der Hof-Garten in Angriff genommen. Die Pflanzen dafür sucht Ulrich Schneider morgen aus. Er hofft, dass ab jetzt alles reibungslos weiterläuft. Nach dem Innenausbau wird mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen. Wann alles fertig ist, mag er eigentlich nicht sagen. Er weiß: Der Teufel steckt oft im Detail.

 

Iin Kürze:

> Eisenkunstguss ist eine Methode der Bildgießerei mit Gusseisen.

> Die Museums-Modernisierung wurde durch Josef-Severin Ahlmann, den Sohn der Museumsgründerin Käte Ahlmann, ermöglicht. Er hatte 2006 einen Großteil seines Privatvermögens der Stiftung Schloss Gottorf vermacht.

> Seit 2012 ist das Museum geschlossen.

 

 

 

 

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