Gildefest : Um 18.33 Uhr fiel der goldene Schuss

<p>Das neue Oberhaupt reckt die Arme nach oben: Die Gildebrüder Guido Wendt, Dieter Reimers und  Alexander Hilgendorff  (von links) bejubeln ihren neuen König Peter Thomsen im Schützengrund.</p><p> </p>
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Das neue Oberhaupt reckt die Arme nach oben: Die Gildebrüder Guido Wendt, Dieter Reimers und  Alexander Hilgendorff  (von links) bejubeln ihren neuen König Peter Thomsen im Schützengrund.

 

Peter Thomsen aus Fockbek neuer König der Altstädter Vogelschützengilde. Zapfenstreich am Alten Rathaus.

shz.de von
22. Mai 2018, 11:54 Uhr

Rendsburg | Bereits um 17.49 Uhr bahnte sich das Ende des Holzvogels an – sein Kopf ging, durchsiebt von mehreren hundert Kugeln, zu Boden. 44 weitere Minuten dauerte es, bis im Schützengrund an der Hindenburgstraße in Rendsburg auch der Rest des Tiers erledigt war. Der König der Altstädter Vogelschützengilde stand fest.

Den entscheidenden Schuss gab Tiefbau-Unternehmer Peter Thomsen (59) ab. Mit „Piet! Piet! Piet!“-Rufen ließen die Gildebrüder samt Familien den Fockbeker buchstäblich hochleben – sie trugen ihn auf Schultern.

Begonnen hatte das Gildefest mit einem Marsch durch die Stadt. Um 9 Uhr brachen etwa 45 Gildebrüder im feinen Zwirn am Alten Rathaus auf. Unter Polizeigeleit peilten sie den Conventgarten an. Etliche Bürger winkten ihnen unterwegs zu, einige schwenkten weiße Tücher, andere reichten Schnäpse und Saft. Das Jugendblasorchester der Christian-Timm-Regionalschule, letztmalig unter Leitung von Kai Radzanowski, der in den Ruhestand geht, führte den Tross an.

Im Conventgarten wurde das Gildefrühstück aufgetischt: Spargel und Schinken, flankiert von Weißwein und anderen alkoholischen Getränken. Zuvor stellten sich die Gildebrüder vor dem Hotel auf. Der scheidende König Hans-Günter Peleikis, Marschall Stefan Gottschlich und Gildemajor Jens van der Walle schritten die Reihe ein letztes Mal ab. Am Eingang begrüßten Gäste wie Bürgermeister Pierre Gilgenast, Wehrführer Gerrit Hilburger, Sparkassen-Vorstand Sören Abendroth, Museumschef Martin Westphal, Polizei-Revierleiter Rainer Tschirne und Imland-Klinikchef Hans-Markus Johannsen die Gildebrüder.

Am Abend trat dann die Norddeutsche Sinfonietta unter Leitung von Christian Gayed auf dem Altstädter Markt auf. Das Ensemble bot Musik aus 500 Jahren dar – etwa so lange gibt es die Gilde. „Wir wurden vor 1531 gegründet. Als wir geforscht haben, wie alt wir sind, landeten wir in Kopenhagen im Staatsarchiv, kamen aber nicht weiter. Da liegt der Schlüssel, wie alt wir sind“, so der Erste Ältermann Thomas Krabbes. Zum Finale des Tages spielte das CTR-Jugendblasorchester am Alten Rathaus den Zapfenstreich – bei bestem Frühlingswetter.

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