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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 02:04 Uhr

aukrug : Übung macht den Brandschützer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Feuerwehr trainierte mit den Bewohnern vom Erlenhof das richtige Verhalten im Ernstfall. Vom Notruf bis zum Einsatz des Feuerlöschers.

Ehrenamtliche Brandschutzerzieher der Feuerwehr aus dem ganzen Kreis Rendsburg-Eckernförde waren gestern auf dem Erlenhof im Einsatz, um dessen Beschäftigten Basiswissen zum richtigen Verhalten bei einem Feuer zu vermitteln. 200 Menschen mit Behinderung absolvierten im Laufe des Vormittags 15 lehrreiche Theorie- und Praxis-Stationen. Der Kreisbrandschutzerziehungstag endete mit einem Knalleffekt, als die Feuerwehrleute um 12.30 Uhr zwei Spraydosen zur Explosion brachten.

„Das ist keine Hexerei“, sagte Bernd Hamann von der Feuerwehr Mühbrook, als er eine Gruppe von „Erlenhofern“ mit der Handhabung eines Feuerlöschers vertraut machte. Marius Bales von der Feuerwehr Bordesholm entfachte auf dem Rasen vor dem Industriebereich einen kontrollierten Mülleimerbrand, und dann waren alle Gruppenmitglieder dazu aufgerufen, das gerade erworbene Know-how in die Praxis umzusetzen. Mülleimerbrand nach Mülleimerbrand wurde schnell und effektiv gelöscht – und das wurde jedes Mal mit Beifall von der ganzen Gruppe honoriert. Ganz ähnlich lief drinnen in der Werkstatt eine Übung zum richtigen Absetzen eines Notrufs. Dieter Krusche, Kreisfachwart für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung, gab zunächst zusammen mit Kerstin Fahr eine kurze Einweisung, und dann bekam jeder Erlenhofer ein Handy in die Hand gedrückt, um einen Notruf bezüglich eines brennenden Weihnachtsbaums durchzugeben.

Für sehr realistische Trainingsbedingungen sorgten dabei von der Provinzial gespendete Übungskoffer, die es ermöglichten, dass Harthmut Schink und Kurt Berger die 112-Anrufe in einem Nebenraum entgegen nehmen konnten. „Die Notrufe gehen bei den beiden wie in einer Leitstelle ein“, erklärte Ilona Dudek vom Vorstand des Landesfeuerwehrverbands, „wir sind ganz begeistert, wie toll das funktioniert.“ Hatte ein Erlenhofer den Weihnachtsbaum-Notruf erfolgreich abgesetzt, gab’s Applaus von seinen Mitstreitern. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Menschen mit Handicap gegenseitig unterstützen und motivieren“, vermerkte der stellvertretende Kreiswehrführer Fritz Kruse.

Draußen auf dem Parkplatz zerlegte derweil Ken Radbruch von der Feuerwehr Hohenwestedt mit hydraulischen Scheren und Spreizern Stück für Stück einen VW Golf. „Wir führen vor, wie man bei Unfall-Fahrzeugen die für die Bergung nötigen Öffnungen schafft“, erläuterte Mirko Bredfeldt, der ebenso zum Brandschutzerzieherteam der Feuerwehren des Amtes Mittelholstein gehört wie Steffen Gravert, der an seiner Station auf häusliche Gefahrenherde wie Toaster und Wasserkocher hinwies. Die Aukruger Feuerwehrleute präsentierten gleich vier Fahrzeuge aus ihrem Fuhrpark, und nebenan konnten die Erlenhofer auch einen Rettungstransportwagen besichtigen und sich von Rettungsassistentin Larissa Leopold aus Rendsburg Defibrillator, Schaukeltrage und Vakuummatratze zeigen lassen.

„Wir waren mit unserem Kreisbrandschutzerziehungstag 2007 schon einmal hier auf dem Erlenhof zu Gast, und es ist zu merken, dass sich das Bewusstsein für diese Thematik seitdem zum Besseren verändert hat“, stellte Fritz Kruse fest und lobte das Engagement von Wasbeks Wehrführer Heinrich Kühl, der regelmäßig im Erlenhof zu Gast ist, um im Wechsel Mitarbeiter und Bewohner in Sachen Brandschutz zu schulen.

Die spektakulärsten Vorführungen hatten sich die Feuerwehrleute bis zum Schluss aufgespart. „Was wir hier zeigen, ist allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen“, betonte Brandschutzerzieher Krusche, als die Experten erst einen Fettbrand simulierten, anschließend eine Puppe mit einer Decke löschten und schließlich noch zwei Spraydosen explodieren ließen.

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