Neustrukturierung : Über der Tafel weht ein frischer Wind

Mit einem Führungsteam soll die Arbeitsbelastung bei der Rendsburger Tafel künftig besser verteilt werden. Foto: 0rg
Mit einem Führungsteam soll die Arbeitsbelastung bei der Rendsburger Tafel künftig besser verteilt werden. Foto: 0rg

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16. Februar 2011, 10:04 Uhr

Rendsburg | Die Rendsburger Tafel bekommt immer mehr zu tun. Das Team besteht inzwischen aus 70 Menschen, die überwiegend ehrenamtlich tätig sind. Sie verteilen an fünf Ausgabestellen im Stadtgebiet, in Osterrönfeld in Schacht-Audorf Lebensmittel und versorgen täglich bis zu 180 Erwachsene und Kinder mit warmem Essen. "Und es kommen fast täglich welche hinzu", erklärt Susann Letham, die unter anderem für die Ausstellung von Ausweisen zuständig ist, die zum Besuch der Tafel berechtigen. "Vor allem die Zahl der so genannten Aufstocker wächst explosionsartig." Damit sind Menschen gemeint, die zwar Arbeit haben, von ihrem Verdienst aber nicht leben können.
Das ist ein Grund, warum sich die Rendsburger Tafel neu organisiert. "Wir sind zu einem Unternehmen geworden, das enorm viele Ausgaben zu bewältigen hat", erklärt Ulrich Kaminski, der zuständige Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk. Im abgelaufenen Jahr hat die Tafel intensiv um neue Helfer geworben und ist erfolgreich gewesen. Dadurch wurde es jetzt möglich, den bisherigen Koordinator Harry Evers zu entlasten. Der kümmert sich zwar nach wie vor um die Gesamtkoordination, viele Aufgaben aber werden ihm abgenommen. Hans-Georg Fischer, ein ehemaliger Berufssoldat, ist für Fahrzeuge und Logistik zuständig, Erwin Bohm und Klaus Prüß sollen neben ihren Fahrdiensten Spender und Sponsoren anwerben. Neu im Führungsteam ist auch Kurt Iwersen. Der ehemalige Personalrat des LTG 63 steht als Personalbeauftragter zur Verfügung. Die Schaffung dieser Aufgabe ist auch eine Reaktion auf zahlreiche Unstimmigkeiten innerhalb der Rendsburger Tafel im vergangenen Jahr. "Es ist tatsächlich vermehrt zu Spannungen gekommen", sagte Kaminski, "das war aber nicht der alleinige Grund für die Umstrukturierung." Jetzt gehe man mit neuen, frischen Leuten an die Arbeit.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Spannungen abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen", erklärte Kurt Iwersen, "bei so vielen Mitarbeitern gibt es immer irgendwo Gesprächsbedarf."
Organisatorisch ist die Rendsburger Tafel nach Aussage von Ulrich Kaminski inzwischen an eine Grenze gestoßen. Weitere Ausgabestellen werde es nicht geben, obwohl die Zahl der Menschen, die auf die Tafel und ihre Angebote angewiesen sind, ständig steigt. "Wir können das Team einfach nicht weiter vergrößern", sagte er. Das bedeutet allerdings nicht, dass künftig Bedürftige abgewiesen werden. "Wir sind nur organisatorisch am Limit, wenn mehr Menschen zu uns kommen, werden diese selbstverständlich auch bedient", sagte Kaminski, "dann werden die vorhandenen Helfer eben ein wenig mehr oder schneller arbeiten." Voraussetzung dafür aber sind genügend großzügige Spender und Sponsoren, die die Tafel mit Geld und Lebensmittel bedenken. Das "Unternehmen", dessen Träger die Diakonie ist, finanziert sich ausschließlich über diesen Weg.

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