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1. Basketball-Regionalliga : Twisters bitten zum letzten Tanz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zum letzten Heimspiel der Saison empfangen die Rendsburger am Sonnabend die Hannover Korbjäger.

von
erstellt am 10.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Wenn Hallensprecher Ingo Perner am Sonnabend die Spieler zur Teamvorstellung in die Halle ruft, dürfte ihm der eine oder andere Name zum vorerst letzten Mal über die Lippen gehen. Nach einer abermals hervorragenden Saison mit dem Klassenerhalt in der 1. Regionalliga steht den Rendsburg Twisters ein personeller Umbruch bevor. Einige Spieler werden den Verein verlassen. LZ-Sportredakteur Tobias Stegemann bat Trainer Bjarne Homfeldt vor dem letzten Heimspiel morgen gegen die Hannover Korbjäger (19.15 Uhr) zum großen Bilanz-Interview.

Herr Homfeldt, was fällt Ihnen spontan zu dieser Saison ein?

Homfeldt: Das ist gar nicht so einfach, weil der Klassenerhalt schon ein paar Wochen feststeht, und ich gedanklich bereits in der neuen Saison bin. Grundsätzlich bin ich neben dem Gesamtergebnis einfach stolz, wie sich das Team entwickelt hat. Wir waren in der Rückrunde deutlich stärker als in der Hinrunde. Ich hatte es ja zuvor gesagt, dass es ein Abenteuer für uns wird, weil sich kaum ein Spieler zuvor auf diesem Niveau bewegt hatte. Nun haben wir dieses Abenteuer frühzeitig gemeistert.

Gab es eine Phase, in der Sie am Klassenerhalt gezweifelt haben?

Bis zu dem Sieg im Rückspiel gegen Stade (75:72, d. Red.) konnten wir uns nicht sicher sein. Danach war ich fest davon überzeugt, dass wir es packen. Ohne Frage war der Saisonstart mit drei Niederlagen schwierig und der dann folgende knappe Heimsieg gegen Cottbus (77:76, d. Red.) ganz wichtig. Um den Jahreswechsel herum hatten wir dann auch nochmal überlegt, personell etwas zu verändern. Wir hatten zuvor vier Mal in Folge verloren und dabei nicht gut gespielt. Im neuen Jahr haben wir aber wieder in die Spur gefunden und durch zwei Siege den Weg für den Klassenerhalt geebnet.

Ist der Klassenerhalt höher einzuschätzen als die Meisterschaft und der Aufstieg im Vorjahr?

Gefühlsmäßig war es im Aufstiegsjahr sicherlich besser, aber aus sportlicher Sicht schätze ich unsere Leistung in dieser Saison höher ein.

Was oder wer hat Sie in den vergangenen Monaten positiv überrascht?

Das Heimspiel gegen Stade war ein Highlight. Der Gegner war zu diesem Zeitpunkt Tabellenvierter und hatte einen ganz starken US-Amerikaner im Team. Diese Mannschaft zu besiegen war wichtig für den Klassenerhalt. Dann muss man die tolle Entwicklung von Patrick Sopha nennen. In den ersten Partien war er das Talent, das durch etwas Spielzeit Erfahrung sammeln sollte. Zuletzt hat er über 30 Minuten gespielt und uns richtig geholfen. Das hatte ich in dieser Form nicht erwartet. Zudem geht ein großer Dank an unsere Fans. Ich hatte ein wenig Sorge, wie die Zuschauer reagieren, wenn wir Spiele auch einmal deutlich verlieren. Aber sie sind diesen Weg mitgegangen und konnten bei den vielen knappen Heimsiegen richtig mitfiebern.

Gab es auf der anderen Seite auch Enttäuschungen?

Nichts, was so ins Gewicht fallen würde, dass ich es erwähnen müsste. Im Verlaufe einer Saison läuft nie immer alles nach Wunsch.

Es steht ein durchaus großer personeller Umbruch im Team bevor. Wie weit sind die Planungen denn schon?

Das ist schwierig zu beantworten, weil hinter der Zukunft vieler Spieler noch ein Fragezeichen steht. Definitiv verlassen werden uns Christian Rinner und Björn Rohwer. Die beiden werden am Sonnabend auch dementsprechend von uns verabschiedet werden. Derzeit bereiten wir unsere Jugendspieler intensiv auf die nächsten Aufgaben vor. Sie trainieren bereits bei uns mit. Vielleicht ist der nächste Patrick Sopha oder Fredo Schütze dabei.

Also lässt es sich noch nicht sagen, auf welchen Positionen Bedarf besteht?

Wir suchen eigentlich für jeden Bereich, weil wir auf jeder Position Abgänge erwarten.

Wird es in der nächsten Spielzeit wieder ausländische Akteure im Kader geben?

Sobald wir die, ich nenne sie mal lokalen Spieler unter Dach und Fach haben, werden wir die letzten freien Plätze durch einen oder auch zwei Ausländer besetzen.

Was braucht es darüber hinaus, um die Mannschaft zu einem etablierten Regionalligisten zu machen?

Ohne Frage spielt die Kontinuität im Kader eine entscheidende Rolle. Die hatten wir in den letzten Jahren, und deshalb sind wir auch aufgestiegen und haben nun den Klassenerhalt geschafft. Bei den bevorstehenden Veränderungen brauchen wir Leute, die das Projekt wieder langfristig tragen. Es ist unser Ziel, den Kader noch einmal zu verjüngen, mit einem Gerüst, das über mehrere Jahre zusammenbleibt. Im nächsten Jahr wird das Ziel wieder der Klassenerhalt sein, aber danach wollen wir ins Tabellenmittelfeld vorstoßen und in drei Jahren oder vier Jahren im oberen Bereich mitspielen. Ohne Frage brauchen wir auch die nötige Qualität im Kader. Die Mischung muss stimmen.

Wenn Sie sich für die sportliche Zukunft drei Wünsche erfüllen könnten, welche wären das?

Also da wäre zunächst einmal eine junge, hungrige Truppe, die den Ehrgeiz und die Qualität hat, in der Regionalliga zu bestehen. Mein zweiter Wunsch wäre, dass daraus ein verschworener Haufen wird, der über einen längeren Zeitraum an einem gemeinsamen Ziel arbeitet. Das hätte in der abgelaufenen Saison etwas besser laufen können. Und dann wünsche ich mir, dass die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen weiter positiv verläuft. Wenn noch mehr Leute zu unseren Spielen in die Halle kommen, könnten wir so für den einen oder anderen neuen Sponsor attraktiv werden. Es wäre eine schöne Sache, wenn wir uns nach und nach auch beim Etat den Top-Vereinen der Regionalliga nähern könnten.

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