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Fussball-Verbandsliga : TuS Nortorf überzeugt mit starker Hinrunde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Entgegen den Erwartungen haben die Mittelholsteiner mit dem Abstiegskampf nichts zu tun.

Zum Saisonbeginn prognostizierte die Landeszeitung dem TuS Nortorf für die Spielzeit 2013/14 einen erfolgreichen Kraftakt im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga Süd-West, der im Mai 2014 auf Platz 12 enden würde. Die Platzierung wäre zwar mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf nicht mehr nach dem Nortorfer Geschmack, aber durchaus noch im Bereich des Möglichen. Allerdings war es offenbar ein Stück weit Töricht, den Traditionsverein zum wiederholten Mal als Abstiegskandidaten zu handeln. Denn bisher ähnelt der Saisonverlauf eher einem sportlichen Spaziergang als einem Kraftakt und der TuS überwintert mit 17 Punkten absolut verdient auf einem guten Platz zehn. Durch die Rückzüge des TuS Krempe und des TS Einfeld ist die Bilanz etwas verzerrt (die zwei Siege gegen Einfeld wurden annulliert), andererseits kann der TuS so aufgrund der augenscheinlich fehlenden sportlichen Qualität von Liganeuling RW Kiebitzreihe an den Klassenerhalt bereits einen pragmatischen Haken machen. Eine Komfortzone, die einerseits Planungssicherheit bietet, sich aber andererseits schnell zum Bumerang entwickeln kann. Da nämlich der Weg zu den Spitzenplätzen für den TuS ebenso unerreichbar scheint, könnten sich Motivationsprobleme einschleichen. Sind nur zwei Siege aus den letzten elf Partien vor der Winterpause womöglich schon ein Indiz dafür? Mannschaften wie der TSV Wankendorf, die Kaltenkirchener TS, Olympia Neumünster, MTSV Hohenwestedt und selbst der TSV Gadeland, allesamt teils deutlich hinter Nortorf platziert, würden einen solchen Schlendrian nur zu gerne ausnutzen, sodass für den TuS durchaus die latente Gefahr besteht, tabellarisch abzurutschen – wenn auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne sportliche Konsequenzen. Und wer weiß – warum sollte die Elf von Trainer Thomas Arndt ihre Kritiker nicht vielmehr in letzter Instanz verstummen lassen, in dem sie die Top-Fünf attackiert?

Die spielerische Entwicklung geht voran, was insbesondere bei den sechs Siegen sichtbar wurde. Auf der anderen Seite forderte der neue Offensivgeist scheinbar seinen Tribut, denn in 17 Partien klingelte es bereits 42 Mal im Nortorfer Kasten – zu oft, um die Spitze anzugreifen. In der Abteilung Attacke haben sich die Mittelholsteiner mit Bennit Struve (elf Tore, fünf Vorlagen) und Rückkehrer Florian Viergutz (fünf Tore, sieben Vorlagen) optimal verstärkt und so kann der langjährige Liga-Obmann Holger Kortum ab sofort die Planungen für die Saison 14/15 vorantreiben.

In Nortorf darf man mit dem bisher Erreichten vollauf zufrieden sein. Der Hafen des Klassenerhalts ist bereits so gut wie erreicht. Spannend wird der Blick in die nahe Zukunft, denn erstmals seit der Erfindung des Fußballs werden die Blau-Weiß-Roten im Sommer nicht aus dem Kader einer eigenen A-Jugend-Mannschaft schöpfen können. Der Fokus liegt also darauf, das aktuelle Aufgebot weiter am Mittelpunkt Schleswig-Holsteins zu beschäftigen und gegebenenfalls gezielt zu verstärken. Dann bleibt der TuS Nortorf auch weiterhin ein Dinosaurier des Verbandsligafußballs.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 06:33 Uhr

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