Kanaltunnel Rendsburg : Tunnelsanierung: Jetzt wird es ernst

Viel Betrieb: Mehr als 40000 Fahrzeuge nutzten den Rendsburger Kanaltunnel täglich. Foto: org
Viel Betrieb: Mehr als 40000 Fahrzeuge nutzten den Rendsburger Kanaltunnel täglich. Foto: org

Die zweite Sanierungsphase des Rendsburger Kanaltunnels steht bevor. Die größte Einschränkung kommt in der Nacht zum Sonnabend: Dann wird die Weströhre vollständig gesperrt.

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14. Juli 2012, 12:30 Uhr

Rendsburg | Schon am Donnerstag bekamen die Autofahrer einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie der Verkehr im Rendsburger Kanaltunnel im nächsten Jahr laufen wird: Der Verkehr wurde am Vormittag komplett durch die Weströhre geleitet. Grund ist die Verlegung der Höhenkontrolle, an der auch in den kommenden Tagen wieder gearbeitet wird. Darum wird es außerhalb der Hauptverkehrszeiten ab 9 Uhr bis maximal 15 Uhr zu "kleinen Teilsperrungen im Straßentunnel" kommen, wie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mitteilte.
Diese Arbeiten gehören zu den Vorbereitungen für die zweite Sanierungsphase des 50 Jahre alten Tunnels. Das bedeutet: Ab 28. Juli wird der gesamte Verkehr aus beiden Richtungen für mindestens ein Jahr durch die Weströhre geleitet, während in der Oströhre gearbeitet wird. Vorher aber sind noch viele Dinge zu regeln, damit die Fahrzeuge die Röhre später sicher und ohne Behinderungen nutzen können - denn eine Ausweichmöglichkeit gibt es dann nicht mehr. Deshalb werden Leuchten gereinigt oder erneuert, Kabel für die Höhenkontrolle eingelassen, die Fahrbahn gereinigt und gelbe Straßenmarkierungen angebracht.
"Wir bitten die Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit"
Die größte Einschränkung kommt in der Nacht zum Sonnabend (14. Juli) auf die Autofahrer zu: Dann wird die Weströhre vollständig zwischen 21 und 5 Uhr gesperrt - es steht in der Oströhre nur noch ein Fahrstreifen in der Oströhre zur Verfügung. Und der ist für den Verkehr aus Richtung Süden (Jevenstedt/Kiel) reserviert. Aus Richtung Norden allerdings gibt es auf der B 77 keinen Weg unter dem Kanal hindurch: Der Verkehr wird ab der Anschlussstelle Fockbek großräumig über die Rader Hochbrücke oder die Fähren ausweichen müssen. Letzte Straßenschäden werden am Wochenende 24./25. Juli beseitigt - auch dann ist mit Behinderungen zu rechnen.
"Alle vorbereitenden Arbeitsschritte sind so geplant, dass Vollsperrungen des Tunnels vermieden werden. Die Ausführungen orientieren sich an verkehrsarmen Zeiten während der Sommerferien und soweit wie möglich an den Wochenenden und nachts", erläutert ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Und weiter: "Wir bitten die Verkehrsteilnehmer wegen dieser geänderten Fahrsituationen in den nächsten Tagen um erhöhte Aufmerksamkeit."
Ziel der Arbeiten ist die Verbesserung der Sicherheit in dem Nadelöhr
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli kommt dann der große Schnitt: Die Oströhre wird gesperrt, der Verkehr wird nur noch durch die Weströhre geleitet.
Die Sanierung, so war geplant, sollte insgesamt 25 Millionen Euro kosten und zweieinhalb Jahre dauern. Allerdings sollte schon vor einem halben Jahr der heutige Stand der Arbeiten erreicht sein. Ziel der Arbeiten ist die Verbesserung der Sicherheit in dem Nadelöhr, das täglich von mehr als 40.000 Fahrzeugen genutzt wird. Ein wichtiger Bestandteile der Sanierung sind der Brandschutz und der Korrosionsschutz. Um zu verhindern, dass die stabilisierenden Stahlstreben im Beton durch Salze rostet, wird Gleichstrom auf das Metall geleitet, der den Stahl schützt.

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