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Rendsburg : Tunnel-Staus: Kanalamt will nachbessern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Plan: Haltebuchten für zu hohe Laster sollen Blockaden vermeiden.

Alles bleibt, wie es ist. Die Höhenkontrolle am Tunnel wird nicht verändert. So hieß es noch Ende Januar von amtlicher Seite. „Eine Überprüfung hat keinen Änderungsbedarf ergeben“, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung und wies darauf hin, dass man mit Polizei, Landesbetrieb Straßenbau und Kanalverwaltung einig sei. Doch seit wieder nur zwei statt vier Fahrstreifen unter dem Nord-Ostsee-Kanal zur Verfügung stehen, hat sich die Lage weiter verschärft. Das häufige Auslösen der Höhenkontrolle hat die Querung noch unberechenbarer gemacht. Staus bilden sich jetzt nicht mehr nur im Berufsverkehr – sie können jederzeit entstehen, an jedem Tag. Ein einziges Fahrzeug, das die zulässige Höhe von vier Metern satt überschreitet, genügt.

Nach LZ-Informationen erwägt die Kanalverwaltung deshalb Veränderungen im Umkreis der Höhenkontrolle. Geprüft wird der Bau von Abstellflächen für gestoppte Lastwagen neben der Bundesstraße 77 und den Auffahrten. Sie gibt es bisher nicht. Folge: Ein zu hoher Sattelschlepper, der durch „Rot“ aufgehalten wird, blockiert den gesamten Verkehr hinter ihm. Haltebuchten, in denen Höhensünder stoppen können, um dort von Polizisten auf das reale Maß überprüft zu werden, würden dieses Problem lösen. „Eine solche Idee gibt es, die Machbarkeitsprüfung läuft“, hieß es gestern aus der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Kiel. Die Behörde will heute über die laufenden Sanierungsarbeiten in der Weströhre informieren.

Eine weitere mögliche Erweiterung des bestehenden Systems betrifft die Höhenkontrolle selbst. Die Lichtschranken sind vorgeschrieben, das haben die Verantwortlichen in der Kanalverwaltung mehrfach betont. Sonst könnten Autofahrer in Gefahr geraten, wenn Anlagen an der Tunneldecke touchiert werden und auf die Fahrbahn fallen, warnen sie. Auch während der weiteren Sanierung des Kanaltunnels bleiben die Lichtschranken daher in Betrieb.

Zur Entschärfung der Lage beitragen könnte jedoch eine Anzeige, wie sie zur Verkehrsberuhigung in geschlossenen Ortschaften verwendet wird. Fährt ein Autofahrer schneller als erlaubt, verändert sich das Smiley auf einem LED-Hinweisschild am Straßenrand. Das lachende Gesicht wird traurig. Ähnlich könnte eine „Höhenkontrolle light“ mehrere hundert Meter vor den jetzigen Messanlagen funktionieren. Der Fahrer eines zu hohen Lastwagens hätte dann noch die Möglichkeit, die Bundesstraße zu verlassen, bevor der scharfe Alarm ausgelöst wird.

In der Verkehrsaufsicht des Kreises würde man ein Vorwarnsignal begrüßen. „Anordnen können wir das nicht, da es sich bei der Höhenkontrolle um eine bauliche Anlage und nicht um ein Verkehrszeichen handelt“, stellt Barbara Rennekamp, Fachdienstleiterin Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr, klar. Bereits im November habe man angeordnet, dass fest im Boden verankerte Tafeln, größer und deutlich als bisher, auf die Höhenkontrolle hinweisen müssen. Mehrfach wurde das Kanalamt daran erinnert. Drei Monate später stehen noch immer die Provisorien aus der Startphase der Höhenkontrolle.

 

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erstellt am 08.Feb.2017 | 10:04 Uhr

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