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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 19:40 Uhr

"Tunnel-Durchfahrt ohne Probleme"

vom

Immer mit dem Verkehr mitrollen / Die Rendsburger Feuerwehr hatte vor den Baumaßnahmen Alternativen entwickelt

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Gerrit Hilburger ist Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg, die auf der Kanalnordseite in der Herrenstraße stationiert ist.

Eine Fahrspur im Tunnel, eine Fahrspur auf der Hochbrücke. Was bedeutet es jetzt für die Wehr, wenn es auf der Südseite brennt?

Was den Brandschutz angeht kooperieren wir speziell für Rendsburg-Süd seit der Tunnel-Baumaßnahme mit der Feuerwehr Westerrönfeld. Wird im Stadtteil Süd ein Feuer gemeldet, werden beide Feuerwehren gleichzeitig alarmiert - damit wir auf jeden Fall sicherstellen können, dass die Hilfeleistungsfrist gewahrt wird.

Wie lang ist diese Frist?

Innerhalb von acht Minuten muss das erste Fahrzeug am Ort sein, um Maßnahmen einzuleiten. Die Kooperation funktioniert auch. Bei verschiedenen Einsätzen in Rendsburg-Süd waren die Westerrönfelder meistens eine knappe Minute vor uns da.

Durch die Brückensperrung hat sich die Situation ja aber nochmals verschärft.

In der vergangenen Woche mussten wir noch nicht durch den Tunnel. Und auf der Autobahn hatten wir in diesem Jahr vielleicht erst drei, vier Einsätze. Es war verhältnismäßig ruhig.

Haben Sie die Hochbrücke in der Vergangenheit häufig genutzt?

Wenn wir zu einem Verkehrsunfall auf der Autobahn müssen, fahren wir eigentlich immer durch den Tunnel. Sollte dieser wirklich absolut dicht sein, schicken wir parallel ein Fahrzeug über die Fähre Nobiskrug.

Wartet die Fähre auf die Feuerwehr?

Die Fähre wird von der Leitstelle angefordert und auf die Nordseite geschickt. Dort wartet sie - ohne Personenwagen. Das Löschfahrzeug wird dann sofort übergesetzt. Das ist bei den Krankenwagen genauso. Es hat sich aber gezeigt, dass der Tunnel immer schneller ist.

Aber wenn der Verkehr im Tunnel stockt?

Der Verkehr steht eigentlich nie. Das Problem besteht vor dem Tunnel. Mit Martinshorn und Blaulicht kämpfen wir uns durch die doppelspurige Auffahrt. Sobald wir im Tunnel-Portalbereich sind, schalten wir die Sonderrechte aus. Durch das Martinshorn würden wir den Verkehr nur zum Bremsen verleiten. Wir rollen dann mit dem fließenden Verkehr durch den Tunnel. Erst hinter dem Ausgang, wo wir überholen können, schalten wir die Sonderrechte wieder zu. Das machen der Rettungsdienst und die Polizei genauso. Das ist für die Arbeiter im Baustellenbereich und für den Verkehr von Vorteil.

Das hört sich durchdacht an.

Wir haben Vorgespräche geführt: Mit dem Straßenbaulastträger, mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, mit den benachbarten Feuerwehren, mit dem Kreisfeuerwehrverband, mit der Leitstelle - und haben verschiedene Varianten entwickelt, um auf die Südseite zu gelangen.

Und wenn die Rendsburger als Hilfeleistungswehr zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen werden...

Es gibt im Kreis Rendsburg-Eckernförde 195 Feuerwehren, davon sind circa 17 Hilfeleistungswehren. Diese sind in bestimmten Bereichen für die technische Hilfeleistung zuständig, also immer dann, wenn bei schweren Verkehrsunfällen technisches Gerät benötigt wird. Das heißt, wir fahren dann auch Richtung Süden nach Haale, Embühren, Jevenstedt und so weiter.

Wieder mit dem Tunnel als Nadelöhr.

Die Wehrführer sind bei Baubeginn im Tunnel alle angeschrieben worden. Sie wissen, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Sollten wir länger brauchen, werden sie informiert. Alternativ könnte auch sich immer eine andere Hilfeleistungswehr dazu bestellt werden. So könnten von der Südseite zum Beispiel Nortorf oder Hohenwestedt um Hilfe gebeten werden. Oder auch die Feuerwehr Westerrönfeld, die speziell für die Tunnelbaumaßnahme mit Rüstwagen ausgestattet wurde.

Das hört sich ja alles gar nicht so dramatisch an.

Genau, für uns ist es das auch nicht. Das Tunnel-Thema wird immer heiß gehandelt. Aber bei uns hat die Durchfahrt immer gut geklappt. Allerdings verlassen wir uns ja nicht darauf, das wäre fahrlässig. Darum haben wir den Kooperationsvertrag mit der Feuerwehr Westerrönfeld.

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