Tunnel-Baustelle: Jetzt geht’s voran

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer
Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer

Bis Ende der Woche soll die Oströhre asphaltiert und damit winterfest gemacht werden / Dann folgt die Installation der Verkehrsleittechnik

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03. Dezember 2014, 12:14 Uhr

Monatelang ärgerten sich die Autofahrer über den kaum wahrnehmbaren Baufortschritt im Kanaltunnel. Doch jetzt scheint es voran zu gehen. 13 Arbeiter asphaltieren derzeit die Oströhre. „Wenn die in dem Tempo weitermachen, kann ich mir vorstellen, dass der Tunnel Ende 2016 fertig ist“, sagte gestern Landrat Rolf-Oliver Schwemer. Zudem zeigte er sich gegenüber der Landeszeitung darüber erfreut, dass die Reise einer Kreis-Delegation vor drei Wochen nach Berlin offenbar erfolgreich war. Das Bundesverkehrsministerium informierte den Landrat in dieser Woche darüber, dass ein Ministerialdirektor künftig als erster Ansprechpartner für alle Sorgen rund um die Tunnelbaustelle zur Verfügung steht. „Darüber stehen im Verkehrsministerium nur noch der Staatssekretär und der Minister.“ Damit habe Staatssekretär Enak Ferlemann aus Sicht von Schwemer das Versprechen eingelöst, die Tunnelbaustelle zur Chefsache zu machen.

Sönke Meesenburg, verantwortlicher Projektleiter für den Kanaltunnel bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), sagte, dass die Fahrbahn in der Oströhre durch das Aufbringen der Asphaltschicht winterfest gemacht wird. Durchschnittlich acht Zentimeter ist die schwarze Schicht dick. Allerdings folgt darauf noch eine weitere, die jedoch erst im kommenden Jahr eingebaut werden soll: Die sogenannte Verschleißschicht wird eine Dicke von vier Zentimetern aufweisen. Darüber rollt dann der Verkehr.

Meesenburg bestätigte, dass die Arbeiten derzeit im höheren Tempo voranschreiten als noch im Sommer. Neue Probleme seien nicht aufgetreten. Die aus mehreren Firmen bestehende Tunnel-Arbeitsgemeinschaft gehe konzentriert zu Werke „und hat einen guten Lauf“. Nächster Arbeitsschritt werde die Installation der gesamten Tunneltechnik sein. Man bereite sich darauf vor, die Verkehrsleittechnik zu montieren, machte Meesenburg deutlich. Auch sämtliche Lampen und die Ventilatoren für die Entlüftung werde man demnächst anschließen. Dies gilt ebenso für die Funktechnik. Wenn Autofahrer durch die sanierte Oströhre fahren, sollen sie weder aufs Radio noch auf den Betrieb ihres Mobiltelefons verzichten müssen. Doch ab wann wird das möglich sein? Sönke Meesenburg zeigte sich optimistisch, die Oströhre Mitte 2015 für den Verkehr freigeben zu können. „Es gibt derzeit keinen Anlass, daran zu zweifeln.“

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