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Kanaltunnel in Rendsburg : Tunnel-Bauaufsicht: Verdi empört über Privatisierungspläne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung will für die Sanierung der Weströhre freie Ingenieurbüros mit der Bauaufsicht beauftragen. Die Pläne stoßen auf Kritik.

Rendsburg | Die Gewerkschaft Verdi geht auf Konfrontationskurs zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Anlass ist die gestern bekanntgewordene Absicht der Behörde, künftig keine eigenen Mitarbeiter mehr mit der Bauaufsicht und der Bauüberwachung für den Kanaltunnel zu beauftragen, sondern diese Aufgabe an freie Ingenieurbüros zu vergeben. Verdi-Landesfachbereichleiter Jochen Penke: „Das ist eine völlig unsinnige Entscheidung. Hier soll eine Kernaufgabe der Verwaltung ohne Not privatisiert werden.“

Immer wieder gibt es Verzögerungen bei der Sanierung der Oströhre des Kanaltunnels. Auch die Kosten haben sich nahezu verdoppelt.

Die neue Regelung soll beim Umbau der Weströhre angewendet werden, mit deren Modernisierung Mitte 2016 begonnen wird. Penke hält der Verwaltung vor, dass ihr Vorgehen weitere Bauverzögerungen zur Folge haben könnte. „Statt auf erfahrene WSV-Beschäftigte zu setzen, müssten sich nun private Ingenieurbüros erst mühsam einarbeiten.“ Es dränge sich der Verdacht auf, dass die WSV die fünf bisher in der Bauaufsicht beschäftigten Mitarbeiter zum Sündenbock für die bisherigen Bauverzögerungen machen wolle.

Das wird von der WSV entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher sagte auf Anfrage der Landeszeitung, dass für die Bauaufsicht in der Weströhre deutlich mehr Personal benötigt wird als in der Oströhre. Hintergrund ist der Plan, die Sanierung der Weströhre wesentlich schneller zu bewältigen als den ersten Bauabschnitt. Dort solle künftig konsequent im Zwei-Schicht-System täglich 16 Stunden gearbeitet werden, und das an sechs Tagen in der Woche. Wenn es technisch möglich sei, werde ein Drei-Schicht-Betrieb angestrebt. Da man die Stellen in der WSV aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht aufstocken könne, seien die benötigten Ingenieurkapazitäten nur am freien Markt verfügbar. Der Sprecher sagte, dass die Verwaltung gute Erfahrungen damit gemacht habe, private Ingenieurbüros zu verpflichten. Dies sei zuletzt am Flemhuder See bei den Vorbereitungen für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals geschehen sowie beim Bau eines Dükers im Kanal vor Holtenau.

Die Arbeiten an der Oströhre des Kanaltunnels sollen im März 2016 nach viereinhalb Jahren abgeschlossen werden. Die Sanierung der Weströhre will die Wasser und Schifffahrtsverwaltung innerhalb von zweieinhalb Jahren schaffen. Voraussichtliches Bau-Ende: 2018.

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erstellt am 03.Dez.2015 | 07:50 Uhr

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