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Handball-Schleswig-Holstein-Liga : TSV Alt Duvenstedt bringt sich um den Lohn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kociok-Team kassiert 33:36-Niederlage im Derby gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2014 | 20:15 Uhr

Es ist selten, dass beide Mannschaften nach einem Handballspiel einen Grund zum Feiern haben, ohne dass die Partie unentschieden ausgegangen ist. Und doch war es so am Freitagabend nach dem Handball-Derby zwischen dem TSV Alt Duvenstedt und der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg.

Den sportlichen Grund für gute Laune hatten dabei die Gäste aus Westerrönfeld. Nach engem Spielverlauf und einem Rückstand in den Schlussminuten gewannen sie dank einer kurzen und für Alt Duvenstedt schmerzvollen Aufholjagd mit 36:33 (16:15). Nur die Tatsache, dass Christian Eichstädt im Anschluss seinen 35. Geburtstag nachfeierte, sorgte dann auch bei den Gastgebern für gehobene Stimmung. Sicher aber hätte der Alt Duvenstedter Mittelmann lieber nach einem Derbysieg gefeiert. Diesen hatte er kurz zuvor gemeinsam mit seinen Teamkollegen in sechs bitteren Minuten allerdings aus der Hand gegeben. Aus einem 31:29 wurde in kürzester Zeit das 31:31 und danach das 33:36. „Es wurden plötzlich Entscheidungen getroffen, die alle Vorarbeit zerstörten“, kritisierte TSV-Trainer Gunnar Kociok. Natürlich hatte Kociok davon geträumt, gegen seinen Ex-Club zu gewinnen und gleichzeitig der sportlichen Talfahrt der letzten Wochen ein Ende zu setzen. Und fast wäre es ja auch so weit gekommen, denn vor den unrühmlichen Schlussminuten hatte Alt Duvenstedt brauchbaren Handball gezeigt.

Weil aber auch die Gäste aus Westerrönfeld auf die Punkte brannten, sahen die 400 Zuschauer eine spannende Partie. Dabei gehörte die erste Halbzeit der HSG (16:15). Danach drehte Alt Duvenstedt auf. Tim Dau, Eichstädt und Co. schafften es, sich über 19:16 und 25:21 auf 31:29 abzusetzen. „Wir waren in der ersten Hälfte drückend überlegen und haben uns danach mit überhasteten Würfen selbst ein Bein gestellt. Ich wusste aber, dass wir hinten raus mehr Möglichkeiten haben, wenn wir nur dranbleiben“, verriet HSG-Trainer Volker Paul.

Und tatsächlich war es so, denn es folgte die glanzvolle Schlussphase der HSG. Vor allem Nils Martensen im Tor, der für den verletzten Torwart Andreas Tietjens in das Spiel kam, hatte mit guten Paraden einen großen Anteil daran. Im Angriff drehte neben Jens-Christian Woldt auch Janek Fisch auf und erzielte drei seiner Treffer in dieser wichtigen Phase. „Plötzlich geht er auch gegen die Hand, das hat er bei mir nie gemacht“, sagte Kociok anerkennend über seinen Ex-Spieler. „Wir haben uns in diesem Spiel selbst um den Lohn gebracht. Mir fehlte insgesamt der körperliche Einsatz meiner Mannschaft. Ich fordere von keinem unfaires Verhalten, aber wenn man seiner Form so wie wir hinterherhinkt, muss man bis in die Haarspitzen motiviert sein und körperlich voll dagegenhalten. Eine gewisse Härte braucht die Sportart, sonst gewinnt man keinen Blumentopf“, kritisierte Kociok. Paul freute sich natürlich in erster Linie über den Sieg. „Das war wichtig, damit wir weiter oben dabei sind“, sagte er.

Seine Mannschaft bleibt im Gegensatz zu Alt Duvenstedt weiter im Rennen um die Meisterschaft, obwohl der neue Maßstab nun HSG Marne/Brunsbüttel heißt. Der Aufsteiger aus Dithmarschen steht mit zwei Punkten Vorsprung dort, wo eigentlich beide Teams, Alt Duvenstedt und Schülp/Westerrönfeld, am Saisonende hinwollten. Ganz oben.

TSV Alt Duvenstedt: Klapdor, Koch – Koslowski (5), L. Kock (2), Schwarz (5), Eichstädt (9/3), Büchler, L. Sievers, N. Petersen, Dau (11), Höpfner, Küch, S. Petersen, Hagge (1).
HSG Schülp/Westerrönfeld/RD: Tietjens, Martensen – Pieper (3), Jüschke (6), Fisch (4), Petriesas (5/2), Woldt (6/1), Seehase, Cardis (5), Ranft (4), Sievers, Reick, Hannemann (3), Hartwig.

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