Trümmerfeld voller Scherben

Fassungslos: Die Friedhofsmitarbeiter Jan Littmann (links) und Bernd Paulsen an dem Grab, wo die unversehrten Engel zusammengetragen wurden. Fotos: Hans-Jürgen Kühl
1 von 3
Fassungslos: Die Friedhofsmitarbeiter Jan Littmann (links) und Bernd Paulsen an dem Grab, wo die unversehrten Engel zusammengetragen wurden. Fotos: Hans-Jürgen Kühl

Zerstörungswut auf dem Friedhof in Hohenwestedt / Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

shz.de von
31. August 2018, 12:54 Uhr

Einen Scherbenhaufen haben Vandalen auf dem „Neuen Friedhof“ in Hohenwestedt hinterlassen. Auf 15 Grabstellen wurden Keramikengel und andere Dekorationsgegenstände zertrümmert. Die Friedhofsgärtner sind sich ziemlich sicher, dass die Zerstörungen in der Nacht des Parkfestes angerichtet wurden. Heute Abend wird gegenüber vom Friedhof im Park Wilhelmshöhe das nächste große Fest gefeiert – und die Polizei hat verstärkte Patrouillen angekündigt.

Die Hohenwestedter Pastoren und Friedhofsmitarbeiter sind erschüttert von dem Ausmaß der mutwilligen Zerstörungen auf dem Friedhof in der Kieler Straße. Die Täter haben in einem Bereich des Gottesackers gewütet, wo hauptsächlich Teilrasengräber zu finden sind. Auf insgesamt 15 Einzel- und Doppelgrabstellen wurden dekorative Keramikfiguren, Glasgefäße und Schieferplatten in einen Haufen Scherben verwandelt. „Das sieht so aus, als wenn die Sachen mit ordentlich Anlauf auf den Grabsteinen zerdeppert worden sind“, meint Friedhofsmitarbeiter Bernd Paulsen. In den dreieinhalb Jahren, in denen er nun bei der Kirche angestellt ist, habe es einen Vandalismus solchen Ausmaßes noch nicht gegeben, ergänzt Friedhofsgärtner Jan Littmann.

Entdeckt wurden die Zerstörungen am Dienstag und Mittwoch. „Das ist am Wochenende passiert“, ist sich Littmann sicher. Sein Verdacht: „Die Schäden sind in der Nacht nach dem Weinfest angerichtet worden.“ Beim Park- und Weinfest zum Auftakt der Hohenwestedt-Woche hatten 900 Besucher im Park Wilhelmshöhe gefeiert. Um vom Park auf den Friedhof zu kommen, muss man nur die Kieler Straße überqueren. Wohnt man im nördlichen Teil von Hohenwestedt, liegt der Friedhof für Parkfestbesucher sogar auf dem Nachhauseweg.

„Wir haben die Zerstörungen bei der Polizei gemeldet, aber wir können nicht für jede einzelne Grabstelle eine Anzeige erstatten – das müssten die Angehörigen selbst machen“, erklärt Littmann.

Die Keramikengel und anderen Figuren, die nicht zerstört wurden, sind alle auf einer einzelnen Grabstelle aufgestellt worden. Weil man nicht weiß, wo welcher Engel hingehört, will man diese Figuren nun erstmal in der Friedhofsgärtnerei einlagern. „Wenn jemand ein Teil vermisst, soll er sich bei uns melden“, sagt Littmann.

Die Friedhofsgärtner sind in Sorge, weil heute Abend gegenüber im Park Wilhelmshöhe wieder gefeiert wird: der „Hallo-Partner-Ball“ zum Abschluss der Hohenwestedt-Woche. Littmann und Paulsen freuen sich, dass die Polizeistation Hohenwestedt verstärkte Präsenz im Bereich der Kieler Straße angekündigt hat: „Die Polizei will hier am Wochenende vermehrt auf Streife gehen.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen