Erfolg : Trübes Wetter – sonnige Bilanz

Die westliche Zufahrt zum Kreishafen Rendsburg gestern Vormittag: Zu den jüngsten Investitionen zählen automatische Schiebetore.
Die westliche Zufahrt zum Kreishafen Rendsburg gestern Vormittag: Zu den jüngsten Investitionen zählen automatische Schiebetore.

Der Rendsburger Kreishafen erzielt das beste Umschlagsergebnis seit 1996 / 19 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr

shz.de von
24. Januar 2018, 10:49 Uhr

Der Kreishafen hat seine Umschlagszahlen weiter gesteigert. Mit einer Leistung von 536 000 Tonnen wurde im vergangenen Jahr sogar das beste Ergebnis seit 1996 erzielt. Das entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber 2016 (85 000 Tonnen mehr).

Das Kerngeschäft machen weiterhin die Futtermittel aus. Aber auch in der Sparte Dünger und Baustoffe wurde bei der umgeschlagenen Tonnage ein deutliches Plus erreicht. Im Bereich Rohstoffe und Energie (Heizöl und andere Brennstoffe) betrug der Umschlag 80 Millionen Liter, die Steigerung im Energiesektor liegt bei sieben Prozent. „Die positive Entwicklung zeigt, dass wir mit unseren Investitionen in die Hafenanlagen die richtige Entscheidung getroffen haben“, sagt Kai Lass, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises, die den Binnenhafen besitzt und betreibt. Nach seinen Angaben wurden 200 000 Euro in die Instandhaltung und Erneuerung gesteckt. Alle vier Verladekräne wurden saniert, an den Zufahrten zum Hafen gibt es jetzt automatische Schiebetore.

Noch besser wäre die Bilanz ohne die Krise beim Windanlagen-Produzenten Max Bögl ausgefallen. Direkt neben dem Schwerlasthafen Rendsburg Port, der gegenüber vom Kreishafen liegt, werden Fertigteile aus Stahl und Beton produziert. Im Herbst ruhte die Produktion. Splitt, das Material zum Bau der Hybridtürme, wird im Kreishafen gelöscht und mit Lastwagen zum Werk nach Osterrönfeld gebracht. Der Tonnage-Rückgang beim Splitt betrug 21 Prozent.

Das Wachstum beschränkt sich jedoch nicht nur auf Stück- und Schüttgut. Auch die Kurve beim Passagieraufkommen zeigt nach oben. Im vergangenen Jahr verließen oder erreichten mehr als 7000 Menschen den Kreishafen. Ein häufiger Gast ist der Raddampfer „Freya“, die Linie nach Kiel erfreut sich hoher Beliebtheit. Auch Museumsschiffe und ein Dreimaster der Nordkirche sorgten für Belebung an der Wasserkante unterhalb der großen Speicher. Ein Gewinnbringer ist der Kreishafen trotz der positiven Entwicklung noch nicht. Das Defizit bewegt sich aber nur noch zwischen 150 000 und 200 000 Euro im Jahr, so Lass. Es wird innerhalb der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ausgeglichen. Obwohl der Kreishafen von der Nutzfläche her weitgehend ausgelastet ist, sei noch Luft nach oben. „Mehr geht immer.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen