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Parkhaus Nienstadtstraße : Trotz leerer Parkplätze: Stadt geizt mit Dauertickets

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Rendsburger Rathaus werden derzeit keine weiteren Monats- und Jahreskarten ausgegeben, obwohl im Parkhaus Nienstadtstraße viele Plätze leer sind.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 11:21 Uhr

Eine Dauerkarte für das Parkhaus Nienstadtstraße? „Nein, im Moment geben wir keine Monats- oder Jahreskarten mehr heraus“, sagte die Dame am Servicetresen des Rathauses, als eine Bürgerin aus Borgstedt kürzlich nach einem Abo-Ticket für die Wintermonate fragte. Man habe Order bekommen, das Kontingent sei aufgebraucht. „Sie dürfen aber jederzeit nachfragen“, sagte die freundliche Mitarbeiterin weiter. „Wenn es Kündigungen gibt, werden vielleicht wieder Parkausweise frei.“

Szene aus einer Stadt, die mit über 40 Millionen Euro verschuldet ist und um jeden Euro Einnahmen kämpfen muss.

Nachfrage im Rathaus. Stimmt es wirklich, dass keine Rabattkarten für Dauerparker mehr ausgestellt werden? Und das, obwohl speziell das Parkhaus Nienstadtstraße an normalen Werktagen bestenfalls zur Hälfte genutzt wird?

Bauamtsleiter Frank Thomsen bestätigte die Verkaufssperre. „Im Moment geben wir keine Monats- und Jahreskarten mehr aus“, sagte der Fachbereichsleiter. Als Grund gab er an, dass die Stadt 401 der 479 städtischen Stellplätze an Dauerparker vergeben habe. Nach Thomsens Angaben handelt es sich um 266 Monats- und Jahreskarten für die Parkhäuser am Rathaus und an der Nienstadtstraße sowie für die Flächen an der Schleuskuhle und Torstraße. Hinzu kommen 135 Anwohner-Parkausweise. Damit sei eine Quote erreicht, die man als Stadt nicht weiter überschreiten dürfe, so Thomsen. „Der Rest muss für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen“, so der Leiter des Fachbereichs Bau. „Dazu sind wir verpflichtet. In anderen Städten hat es deswegen schon Gerichtsverfahren gegeben.“

Die Parkgebühren sind für Rendsburg eine wichtige Einnahmequelle. Im Haushalt werden sie in zwei Bereiche seziert: Einen Einzelposten bilden das Rathaus-Parkhaus (Baujahr 1983, 81 Parkplätze) sowie die Stellplätze an der Schleuskuhle und Torstraße. Flossen hier im Jahre 2012 noch rund 75 800 Euro ins Stadtsäckel, betrugen die Einnahmen ein Jahr später nur noch 60 000 Euro. Ein Grund waren die langwierigen Bauarbeiten in der Torstraße. Als dort nicht geparkt werden konnte, wurde die Schleuskuhle als Gratis-Ausweichfläche angeboten. Im Haushalt 2014 wurden – auch ohne Baustellenbetrieb – wieder 60 000 Euro veranschlagt. Damit trägt die Stadt den rückläufigen Besucherströmen in der Innenstadt Rechnung.

Das Parkhaus an der Nienstadtstraße (Baujahr 1975 / 329 Stellplätze) ist die zweite Position. Die Einnahmen in dem grauen Zweckbau, der einst den Hertie-Kunden als Anlaufstelle diente, sind stabil. 130 000 Euro werden in diesem Jahr erwartet – eine Summe, die bereits 2012 und 2013 erzielt wurde. Alle städtischen Parkflächen zusammen sollen laut Haushaltsplan 190 000 Euro durch den Verkauf von Parkscheinen sowie Monats- und Jahreskarten erzielen.

Dass für die Stadt unter dem Strich ein schlechtes Geschäft herauskommt, zeigt ein Blick auf die Posten „Unterhaltung der Parkdecks“. Allein für die Wartung der insgesamt sieben Parkscheinautomaten gibt sie jedes Jahr 49 000 Euro aus. Hinzu kommen Betriebskosten (Leerung, Beleuchtung, Betrieb) in Höhe von 30 000 Euro.

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