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Hohenwestedt : Trauer um den berühmten Paten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hohenwestedter Schüler erinnern sich mit Freude an die Begegnungen mit Günter Grass.

Die Schule Hohe Geest (SHG) trauert um ihren Paten Günter Grass. Als das Hohenwestedter Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil am 2. September 2013 zur ersten Klimawald-Schule Deutschlands ernannt wurde, übernahm der Literaturnobelpreisträger die Patenschaft für die SHG. Einen Monat später lud Grass eine SHG-Schülergruppe zu sich nach Behlendorf ein. Die Neuntklässler des Wahlpflichtkurses (WPK) „Waldeslust statt Schulfrust“ durften den Schriftsteller interviewen und sich dann im Archiv der Grass-Stiftung in Lübeck Dutzende von Kunstwerken als Leihgabe aussuchen. Die Grass-Gemälde und -Skulpturen wie auch das Interview waren für eine Gemeinschaftsausstellung des Nobelpreisträgers und der WPK-Schüler bestimmt.

Die Initiative zu dieser Kunstschau war vom SHG-Deutschlehrer Torsten Stellmacher ausgegangen, der dem Beirat der „Ute und Günter Grass“-Stiftung angehört und ein ähnliches Projekt zuvor bereits in Kiel realisiert hatte. Am 5. Juli 2014 wurde im neuen Klassentrakt der SHG die Ausstellung „Der Wald im literarischen und künstlerischen Werk von Günter Grass und in Arbeiten aus Unterrichtsprojekten der Schule Hohe Geest“ eröffnet. Gezeigt wurden rund 50 großformatige Gemälde sowie Skulpturen und Bücher von Grass sowie eigene Kunstwerke der WPK-Schüler. Bei der Vernissage ließ sich der Nobelpreisträger noch von seiner Sekretärin Hilke Ohsoling vertreten, aber am 10. Juli war es soweit: Grass stattete seiner Patenschule einen Besuch ab, inspizierte die Ausstellung und lobte das Engagement der Neuntklässler. „Wenn Schüler dazu inspiriert werden, Themen aufzugreifen und dazu eigene Gedichte und Gemälde zu schaffen, dann ist das sehr schön“, sagte Grass, „mehr kann man sich als Autor doch gar nicht wünschen.“

Bei diesem ersten und einzigen Besuch der SHG erläuterte Grass auch, warum er sich als Pate für die Klimawaldschule zur Verfügung gestellt hatte: „Weil der Wald für mich seit meiner Jugend etwas Zentrales, mich Bildendes gewesen ist.“ Der Nobelpreisträger hat seiner Patenschule ein Kunstwerk für ein noch zu verwirklichendes Filmprojekt hinterlassen: eine Baum-Zeichnung, die eine komplette Erzählung enthält. Geschildert wird ein Aufstand von Märchenfiguren gegen die permanente Verletzung des Walds durch den Menschen. „Da wollte der Regisseur Volker Schlöndorff vor vielen Jahren einen Trickfilm draus machen, aber dazu ist es nie gekommen“, erklärte Grass bei seinem Rundgang durch die SHG-Ausstellung, „mit den heutigen technischen Mitteln wäre das ja vielleicht ein Projekt für die Schüler, wenn sie bereit sind, sich dafür mit dem Text auseinander zu setzen.“

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