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Lufttransportgeschwader 63 : Transall kehrt Hohn erst 2021 den Rücken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Transall C-160 fliegt länger als geplant. Grund sind Probleme mit dem Nachfolger von Airbus.

Erleichterung auf dem Nato-Flugplatz Hohn: Die Transall C-160 bleibt drei Jahre länger in der Luft als ursprünglich geplant. Das hat der Kommodore des Lufttransportgeschwaders 63, Oberst Hartmut Zitzewitz, seinem Geschwader während eines eigens einberufenen Appells in einer Flugzeughalle mitgeteilt. Damit wird der Verband erst zum Ende des Jahres 2021 aufgelöst. Bislang war das Schließungsdatum des Standorts, zu dem auch die Hugo-Junkers-Kaserne in Alt Duvenstedt gehört, auf den 31. Dezember 2018 terminiert, obwohl in Berliner Politikerkreisen schon seit Monaten von einer Verlängerung die Rede war.

Das bedeutet, dass Hohn zwischen 2018 und 2021 der einzige Standort in Deutschland ist, von dem aus Einsätze in Krisengebiete unter Bedrohung geflogen werden können. Dafür ist rund die Hälfte des Bestands von 20 Flugzeugen mit Selbstschutzanlagen gegen Boden-Luft-Raketen ausgerüstet. Der Standort des Schwesterverbands, das Lufttransportgeschwader 61 in Landsberg am Lech, wird zum Ende des Jahres 2017 aufgelöst. Danach startet die Transall nur noch von Hohn aus.

„Wir haben gestern morgen ein Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums mit dem offiziellen Datum erhalten“, sagte Zitzewitz vor mehreren hundert Soldaten. „Ich freue mich, Ihnen mitzuteilen, dass wir Schwerpunkt des deutschen Lufttransports bleiben“, so der Kommodore.

Hintergrund der Nutzungsverlängerung sind die Lieferschwierigkeiten des Airbus-Konzerns beim Transall-Nachfolger A400M. Zudem gibt es Probleme, das neue Flugzeug mit Selbstschutzanlagen auszurüsten.

Die Freude über die Verlängerung bei den knapp 1000 Soldaten und rund 200 Zivilangestellten des Verbands ist groß. „Die Bindung an das LTG 63 und an die Region unter den Soldaten ist groß“, sagte Oberstleutnant Wilfried Preska, Kommandeur der fliegenden Gruppe im Verband. Der Personalratsvorsitzende für Zivilangestellte, Christian Mohr, betonte: „Das bedeutet für uns drei Jahre mehr Zeit, in der die Mitarbeiter ihre Zukunft planen können.“ Zudem biete es für viele die Chance, noch am Standort Hohn in den Ruhestand zu gehen. Laut Hartmut Zitzewitz werde alles versucht, die Angestellten woanders in der Region unterzubringen. Ihm zufolge wird im Jahr 2019 begonnen, Personal abzubauen. In das letzte Nutzungsjahr werde der Verband mit insgesamt 680 militärischen und zivilen Beschäftigten starten. Nachdem die letzte Transall den Standort verlassen hat, brauchen die Soldaten noch ein halbes Jahr zur Abwicklung.

Damit geht eine Ära in Hohn zu Ende. Die erste Transall war dort 1968 eingetroffen. „Die Entscheidung war richtig, den Restflugbetrieb nach Hohn zu verlegen, weil hier die Voraussetzungen dafür gegeben sind“, so Zitzewitz. Das LTG 63 stehe mitten im Einsatzleben. Es habe jedoch bislang keine Aufträge erhalten, die im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien stehen.

 

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erstellt am 05.Dez.2015 | 15:00 Uhr

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