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LTG 63 in Hohn: : Transall bringt Tanne nach Niger

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Traditionell spenden der Bauernverband und die CDU Weihnachtsbäume für Soldaten. So auch in diesem Jahr. Währenddessen stellt der Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul eine längere Laufzeit des Flugplatzes Hohn in Aussicht.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2016 | 19:01 Uhr

Ein Weihnachtsbaum für den Niger: Wenn heute eine Transall C-160 vom Hohner Nato-Flugplatz in Richtung Afrika startet, hat sie einen besonderen Gruß aus der Heimat an Bord. Sie bringt eine von zwei fünf Meter hohen Nordmanntannen in das afrikanische Land, die der Bauernverband und die CDU im Kreis Rendsburg-Eckernförde gespendet haben. Gestern wurde der Baum von den Spendern selbst verladen. Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Wadephul blickte bei der Gelegenheit in die Zukunft: Er sieht Chancen, dass der Flugplatz Hohn auch nach der Auflösung des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63 im Jahr 2021 in Betrieb bleibt. Dafür will er sich zumindest einsetzen.

Der Tanne steht ein krasser Temperaturwechsel bevor: Während das Thermometer auf dem Flugplatz Hohn gestern den Gefrierpunkt gerade einmal übersprang, herrschen in der Stadt Niamey im Niger rund 37 Grad, wie LTG-Kommodore Oberst Hartmut Zitzewitz berichtete. Dort befindet sich die Lufttransportbasis, von der aus die UN-Mission „Minusma“ im Nachbarland Mali unterstützt wird. Die Luftwaffe ist im Niger ständig mit zwei Transall-Maschinen und rund 20 Soldaten vertreten. Die sollen sich an dem Weihnachtsbaum erfreuen, der in einer Aufzucht in Kleinvollstedt groß wurde. Der zweite Baum wird vor dem Offizierskasino in der Alt Duvenstedter Hugo-Junkers-Kaserne aufgestellt. „Die Spende zeigt, dass die Region hinter unserem Verband steht“, sagte Zitzewitz. Seit 30 Jahren stiften CDU und Bauernverband dem LTG inzwischen Tannen zu Weihnachten. „Das ist nicht nur eine Tradition. Denn wir machen das sehr gerne“, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Klaus-Peter Lucht. „Wir Landwirte exportieren inzwischen global, deshalb sind wir auch darauf angewiesen, dass die Weltwirtschaft funktioniert und Sicherheit herrscht.“ Er sei dankbar, dass die Soldaten des LTG dazu beitragen.

Johann Wadephul zeigte sich überzeugt: „Wir werden den Standort auch im nächsten Jahrzehnt brauchen.“ Bislang ist nur bekannt, dass das LTG 63 in fünf Jahren aufgelöst wird, weil die alten Transall-Maschinen durch den neuen Militärtransporter A  400  M ersetzt werden. Wegen Lieferschwierigkeiten kommt das Nachfolge-Flugzeug aber viel später als gedacht. Zudem wies Wadephul darauf hin, dass es sich um ein „High-End-Produkt“ handele, das nicht an die Transall anknüpfen kann. In schwierigem Gelände landen, Güter abwerfen und Fallschirmspringer absetzen werde in gewohntem Umfang nicht mehr möglich sein. „Diese Fähigkeiten werden wir aber brauchen“, sagte Wadephul. Auch, weil sich Deutschland künftig militärisch stärker in der Welt engagieren müsse. Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten werden sich die Vereinigten Staaten ihm zufolge auf amerikanische Interessen statt auf Bündnisverpflichtungen konzentrieren. Deshalb müsse die Bundesrepublik mehr für die Verteidigung tun. Der Etat dafür steige bereits. Die Luftwaffe plane, Flugzeuge des amerikanischen Typs C-130 Hercules zu kaufen, um ausfallende Transall-Kapazitäten aufzufangen. „Dafür brauchen wir Flugplätze – hier haben wir einen“, sagte er. Damit nahm er einen Gedanken auf, den Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast bereits im April aufgeworfen hatte. Damals bestätigte Hartmut Zitzewitz, dass Hercules-Maschinen in Hohn starten und landen könnten. „Die Entscheidung muss in der nächsten Legislaturperiode gefällt werden“, so Johann Wadephul.

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