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Millionen-Investition : Trafo-Anlage für 20000 Haushalte

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Schleswig-Holstein-Netz AG modernisiert für drei Millionen Euro das Umspannwerk Nord. Die Anlage aus 1970er-Jahren wird ersetzt.

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erstellt am 10.Mai.2017 | 09:52 Uhr

Einen 63 Tonnen schweren Transformator haben drei Mitarbeiter der Regensburger Spedition Schmidbauer gestern in Rendsburg von ihrem Tieflader gezogen. Mit Muskelkraft und Kettenzügen rollten sie den 7,2 Meter langen, 3,2 Meter breiten und 3,5 Meter hohen Stahlkoloss in der Frühe über zwei Schienen auf ein Fundament auf dem Gelände des Umspannwerks Rendsburg-Nord. Die Schleswig-Holstein-(SH-)Netz AG betreibt es an der Stadtgrenze zwischen Rendsburg und Büdelsdorf an der Straße Kortenfohr. Die Anlage versorgt zirka 20  000 Haushalte nördlich des Kanals mit elektrischem Strom, unter anderem halb Rendsburg und Büdelsdorf.

Die SH-Netz AG investiert drei Millionen Euro in die Modernisierung des Umspannwerks. Sie hat bereits ein neues Betriebsgebäude mit der Steuerungstechnik sowie einer sogenannten Mittelspannungs-Schaltanlage errichtet und Teile der freistehenden Hochspannungs-Schaltanlage gegen moderne Anlagen ersetzen lassen. Die Arbeiten begannen im vergangenen Jahr. Auch eine Notstromversorgung für die Schutz- und Steuertechnik mit einer Laufzeit von zehn Stunden ist vorhanden. Den größten Kraftakt stellt aber der Austausch der zwei Transformatoren dar.

Die Regensburger Firma Starkstrom-Gerätebau (SGB) fertigte zwei neue Geräte für jeweils eine halbe Million Euro an. Die Spedition Schmidbauer verlud eines davon am Donnerstag in der ostbayerischen Stadt auf einen Spezialtransporter und brachte es während dreier Nachtfahrten über die ungefähr 800 Kilometer lange Distanz nach Rendsburg. Ein Begleitfahrzeug sorgte für Sicherheit. In der Nacht zu Montag kam Fahrer Meinrad Spieler am Umspannwerk an und rangierte den Tieflader dicht neben das Fundament. Der Trafo stand auf der Ladefläche auf Rollen an Führungseisen, die sich auf gleicher Höhe wie zwei Schienen auf dem Fundament befanden. Den Spalt dazwischen überbrückten Spieler und sein Kollege Sebastian Otte mit Stahlträgern, die sie mit Holzblöcken und hydraulischen Hebern stützten. Dann hieß es: ziehen, die Schienen ölen und immer wieder die Richtung justieren, damit sich der Trafo nicht verkeilt.

Einen der beiden alten Stromwandler hat die SH-Netz AG bereits abgeschaltet. Zurzeit läuft die Versorgung über das zweite Gerät. Den neuen Trafo will die SH-Netz AG nach Installationsarbeiten Anfang Juni in Betrieb nehmen. Dann sollen etwa zwei Wochen lang die alte und die neue Anlage parallel laufen. Anfang Juli soll das zweite Gerät aus Regensburg angeliefert werden.

„Die neuen Trafos sind auf dem neusten Stand der Technik“, erläuterte Jens-Peter Solterbeck, Leiter des Netzcenters der SH-Netz AG in Fockbek. Sie werden etwa fünf Prozent mehr Leistung als die alten bringen. „Sie könnten auch Energie von Windparkanlagen aufnehmen“, sagte er. Die Investition ziele aber nicht auf eine Kapazitätserweiterung. „Hier geht es um den Ersatzbau“, sagte Solterbeck. Die Geräte hätten eine Lebensdauer von 45 bis 50 Jahren.

Die Altgeräte werden wiederverwertet. „Da ist viel Kupfer drin“, sagte Arne Hagemann. Der Mitarbeiter der SH-Netz-AG-Muttergesellschaft führt die Regie des Trafotauschs.

Das Unternehmen wird das Umspannwerk von der Netzleitstelle in Rendsburg aus überwachen und fernsteuern. Es betreibt landesweit 118 solcher Anlagen. Pro Jahr tauscht es etwa sechs bis acht Trafos aus, berichtete Hagemann.

 

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