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Teurer Umzug : Tourist-Info macht Minus – Stadt springt in die Bresche

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Liquiditätsengpass nach Umzug ins Alte Rathaus: Senat stopft Finanzloch, damit der Betrieb weiterläuft.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 09:29 Uhr

Der Verein Tourismus Mittelholstein kann die Tourist-Info im Alten Rathaus trotz akuter finanzieller Probleme in den kommenden Monaten weiter betreiben. Der Senat gab gestern außerplanmäßig Mittel in Höhe von rund 45  000 Euro frei. Das Geld war eigentlich erst für das zweite Halbjahr 2016 vorgesehen. Dem Antrag auf Übernahme eines Unterschusses von rund 33  000 Euro, den der Verein im vergangenen Jahr erwirtschaftete, gab das Gremium jedoch nicht statt. Die Politiker wollen zunächst detailliert präsentiert bekommen, welche Kosten nachweislich durch den Ortswechsel der Tourist-Info vor knapp einem Jahr verursacht wurden – und welche Kosten der Verein möglicherweise selbst zu verantworten hat. Der Anlaufpunkt für Gäste und auch Einheimische war im März 2015 aus der Schiffbrückengalerie an den Altstädter Markt umgezogen. Das negative Geschäftsergebnis hatte der Verein auf diese Verlegung und dadurch veränderte Kundenströme zurückgeführt.

Monika Heise, Geschäftsführerin von Tourismus Mittelholstein, legte dem Senat einen vorläufigen Geschäftsbericht vor. „Wir sind froh, mit der Tourist-Info am neuen Standort zu sein, müssen uns aber auch mit den Nachteilen beschäftigen“, blickte sie zurück. Vor allem der Verkauf von Veranstaltungstickets sei verglichen mit dem alten Standort in der ehemaligen Buchhandlung Reichel (jetzt Liesegang) eingebrochen. „Liesegang führt das Geschäft an dem Ort aus, wo wir es acht Jahre erfolgreich gemacht haben. Das ist spürbar.“ Der neue Standort im Alten Rathaus sei zwar für den Tourismus ideal, für die Rendsburger Bevölkerung jedoch offenbar nicht. „Durch den Torbogen des Alten Rathauses kommen viele leider nicht mehr“, die Kundenfrequenz rund um den Altstädter Markt lasse immer mehr nach. Als Beleg nannte Heise die Ergebnisse einer Besucherzählung: 6300 Auswärtige kamen vergangenes Jahr mit Anfragen oder um Souvenirs zu kaufen an den Tourist-Schalter – 88 Prozent mehr als im Jahr davor. Aber nur noch 4550 Einheimische wurden dort registriert, das waren 22 Prozent weniger als zuvor.

Die Politik verlangte von Heise ein Konzept, wie der Verein das laufende Jahr ohne ein Minus meistern will. Und eine Liste der Kosten, die sich mit einem „einmaligen Umzugszuschuss“ ausgleichen lassen. Rechtzeitig bis zur nächsten Senatssitzung Anfang März will die Tourismus-Chefin diese Daten vorlegen.

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