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Landeszeitung

15. Dezember 2017 | 09:46 Uhr

Totes Gleis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zu den Stadtbahn-Plänen

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 14:39 Uhr

Die Verdoppelung der Zugfrequenz zwischen Rendsburg und Kiel ist sinnvoll. In Zeiten überlasteter Straßen, anfälliger Brücken und horrender Spritkosten muss den Menschen der Umstieg auf die Bahn so leicht wie möglich gemacht werden. Alle 30 Minuten nach Kiel und zurück – das ist ein Angebot, über das viele Berufspendler nachdenken werden. Nicht nur jene, die in Schülldorf, Bredenbek oder Achterwehr wohnen und ab Dezember einen wiederbelebten Bahnhof im Ort nutzen können.

Ein ganz anderes Thema ist die Stadtbahn. Diese Pläne verlaufen auf einem toten Gleis, buchstäblich. Selbst wenn für die Stadt ein Nullsummenspiel herauskäme, wenn sich die Investitionen in die Strecke durch die Verpachtung der Gleise voll refinanzieren ließen – das Projekt macht aus Kosten-Nutzen-Sicht keinen Sinn. Die seit Jahren verwaiste Strecke müsste aufwändig saniert werden. Von bis zu vier Millionen Euro Aufwand ist die Rede. Geld, für das auch der Normalbürger aufkommen muss. Das Argument, es gehe darum, Leerlauf für das Zugpersonal im Rendsburger Bahnhof zu vermeiden, wirkt geradezu grotesk. Es geht um einen Lokführer pro Stunde, um einen einzigen, der sich möglicherweise 40 Minuten langweilen könnte. Für ihn eine vier Kilometer lange Strecke auszubauen, von der niemand weiß, wer sie tatsächlich und wie oft nutzen wird, ist verbranntes (Steuer)Geld.

Falls die Verkehrsservicegesellschaft nicht weiß, wohin mit der Kohle – im Rendsburger Bahnhof ist Bedarf. Wie wäre es mit funktionierenden Toiletten? Oder Decken, von denen es nicht wie in einer Höhle tropft? Oder längeren Schalterzeiten im Reisezentrum?

Erst die Pflicht, dann der Luxus.

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