zur Navigation springen

Haustierpark : Tierische Landschaftspfleger im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim Landschaf-Tag in der Arche Warder präsentierten zahlreiche Züchter verschiedene Rassen. Die Kör-Kommission hatte jede Menge zu tun.

„Albere nicht rum! Hol die Schafe!“ Eine klare Ansage gab es von Wolfgang Gresens für Hütehund „Harlekin“, der denn auch mit großer Begeisterung seinen Job erledigte und zehn Skudden erst durch ein Gatter trieb, ehe sie eingepfercht wurden. „Harlekin“ ist ein Australian Cattle Dog in Diensten von Skudden-Züchter Wolfgang Gresens aus Lübeck. Zusammen hatte das Duo jetzt mehrere Show-Auftritte beim Landschaf-Tag im Tierpark Arche Warder. „Die Schafe sind das Hab und Gut des Schafzüchters“, betonte Gresens, während „Harlekin“ die Skudden in die gewünschte Richtung lenkte: „Darum soll der Hund auch stets sehr schonend mit ihnen umgehen.“

Insgesamt 15 Züchter aus ganz Schleswig-Holstein präsentierten beim Landschaf-Tag neun verschiedene Rassen. „Das sind alles alte Rassen, die heutzutage zur Landschaftspflege eingesetzt werden“, erklärte Schafe- und Ziegen-Revierleiterin Carolin Reimertz von der Arche Warder. Und Janine Bruser, die Geschäftsführerin und Zuchtleiterin des Landesverbands Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter, betonte: „Das hier ist das wichtigste Treffen für unsere Landschaf-Züchter.“ Auf der Tagesordnung stand nämlich vor allem die Körung, die gleichbedeutend ist mit der Aufnahme ins Herdbuch. Gekört wurde in unterschiedlichen Kategorien (Mutterlämmer, Bocklämmer, Jungschafe, Altböcke). Dabei erhielt jedes vorgeführte Schaf drei verschiedenen Noten: für die Wolle, die Bemuskulung und für die äußere Erscheinung (jeweils maximal neun Punkte). „Eine gute Note heißt, dass das Tier dem Rassestandard sehr nahe kommt. Die Züchter haben ja das Ziel, möglichst rassetypische Tiere zu züchten“, vermerkte Arche-Mitarbeiterin Reimertz.

Doch nicht alle Kandidaten erreichten das Klassenziel. Über- oder Unterbiss sah die Jury zum Beispiel gar nicht gern. „Wir hatten schon zwei gravierende Gebissfehler“, berichtete Christian Lorenzen-Nissen von der Kör- und Prämierungskommission. Die Zähen seien die „Hauptwerkzeuge“ der Schafe bei der Landschaftspflege. „Und so ein Gebissfehler vererbt sich. Deshalb werden diese Tiere für die Zucht nicht zugelassen.“ Sehr zufrieden waren die Körrichter hingegen mit Livija Furkens Ouessant-Schaf „Feline“, das mit den Noten 8-7-8 und darüber hinaus mit viel Applaus vom sachkundigen Publikum belohnt wurde.

Der Arbeitskreis Landschafe hatte im Vorfeld des Aktionstages das Gotländische Pelzschaf als „Rasse des Jahres“ auserkoren. „Durch diese Wahl wollen wir den Fokus auf eine Rasse richten, die besonders gefährdet ist“, erklärte Carolin Reimertz. Das treffe auf das Gotländische Pelzschaf, denn: „Diese Rasse ist recht selten, und es gibt nur ganz wenige Züchter.“ Schon 25 Jahre Erfahrung mit der Zucht von Gotländischen Pelzschafen haben allerdings Karin und Günter Hentzschel aus Risum-Lindholm, die einige ihrer Tiere in Warder präsentierten, unter anderem den Bock „Herr Fielmann“ und dessen Schwester „Frau Fielmann“. „Die Mutter der beiden hatte so eine brillenmäßige Fellzeichnung“, erläuterte Karin Hentzschel die Namensgebung, während Günter Hentzschel Qualitäten der Rasse hervorhob, die über deren erstklassige Wolle noch hinausgehen: „Sie haben zwar nicht viel Fleisch. Aber das, was sie haben, ist wegen seines neutralen Geschmacks fast das beste Schaf-Fleisch, das es gibt.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen