zur Navigation springen

Car-Freitag : Tiefer, breiter – und nicht immer legal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Polizei deckt bei Tuning-Treffen am Eiderpark zahlreiche Regelverstöße auf. 74 Fahrer waren zu schnell unterwegs. 434 Autos überprüft.

Laute Motoren und Benzingeruch in der Luft: „Car-Freitag“, das alljährliche Treffen der Auto-Tuning-Szene am Eiderpark, lockte gestern zahlreiche Neugierige, PS-Protze und Schrauber nach Rendsburg – und sorgte nebenbei für ein großes Polizeiaufgebot an dem Einkaufszentrum und auch auf den Fernstraßen der Region. Allein entlang der A210/B202 zwischen Kiel und Rendsburg hatten die Beamten zwei Blitzer aufgestellt.

Neben den aufgemotzten Fahrzeugen neueren Datums waren auch viele Oldtimer unterwegs. Unter ihnen der VW-Käfer von Patrick Barkholz aus Kiel. Neben breiteren Reifen bekam das Kultauto aus dem Jahre 1972 neue Scheinwerfer und Rallye-Streifen verpasst. Der Hubraum wurde von 1,3 auf 1,6 Liter erweitert. Mehr als 4000 Euro hat Barkholz in den sportlich-hippen Volkswagen mit dem Surfboard auf dem Dach investiert.

Martin Maehl aus Bad Segeberg präsentiere stolz seinen roten Chevrolet C10, ein rund 50 Jahre altes Schmuckstück. Bis auf den Sportauspuff wurde an dem 350 PS starken Boliden nichts verändert. Dennoch musste Maehl wie viele andere eine Polizeikontrolle über sich ergehen lassen. Auf dem Tüv-Gelände an der Friedrichstädter Straße hatten sich 30 Beamte postiert. Sie überprüften, ob Veränderungen an Karosserie, Fahrwerk, Motorleistung, Auspuff und Bereifung vorgenommen wurden – und ob alle Umbauten mit den Angaben in den Fahrzeugpapieren übereinstimmten. Chevrolet-Fan Maehl kam nicht ungeschoren durch den Check. Eine kleine Glühbirne war zu dicht an der Verkleidung des Rücklichts. Nun muss sich der Segeberger einen neuen Scheinwerfer besorgen.

Ebenfalls mit einem kultigen Wagen war der Kieler Marco Mariß nach Rendsburg gekommen. „Mein Mini-Cooper stammt aus dem Jahre 1997. Für mich ist der Wagen etwas ganz Besonderes.“ Der Polizei versicherte Mariß, dass er bis auf den Sportauspuff nichts verändert habe. Doch er hatte Pech: Das Teil stand nicht im Fahrzeugschein – 50 Euro Verwarngeld. Auch viele Motorradfahrer lockte es zum Szenetreffen. Ihre Maschinen wurden an den Kontrollstellen ebenfalls unter die Lupe genommen. Die als „Car-Freitag“ bekannte Veranstaltung findet gewöhnlich – daher der Name – kurz vor Ostern statt. Weil die meisten Autobesitzer aber mit ab April gültigen Saisonkennzeichen fahren, wurde das Treffen dieses Jahr um neun Tage nach hinten verlegt.

Am frühen Abend zog die Polizei eine ersten Bilanz: 1500 Besucher und 750 Fahrzeuge kamen nach Angaben eines Sprechers zum Eiderpark. An zwei Kontrollstellen wurden von 6 bis 15 Uhr insgesamt 434 Autos überprüft. 39 Fahrer begingen eine Ordnungswidrigkeit, in 73 Fällen war es mit einem Verwarngeld getan. 16 Piloten wurde die Weiterfahrt wegen schwerer Mängel untersagt. Zwei wurden ohne Führerschein ertappt, einer fuhr unter Drogeneinfluss. Einen frisierten Motorroller (erlaubt: 45 km/h) beschleunigten die Beamten auf dem Rollenprüfstand auf satte 100 km/h.

Auch die Tempomessungen hatten es in sich: 74 Fahrer waren zu schnell unterwegs. Der fragwürdige Spitzenreiter war auf der B  202 mit 162 „Sachen“ unterwegs. Und auf der A  210 ging ein Fahrer mit 190 km/h in die Videofalle.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen