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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 11:43 Uhr

Theatersaison startet mit Klassikern

vom

Kostproben von Musiktheater und Schauspiel / Einzeichnung der Abonnements startet morgen

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Rendsburg | Das Warten hat ein Ende. Die Schauspieler sind aus ihrem Urlaub zurück gekehrt und proben bereits für die neuen Stücke. An zwei Abenden werden sie erste Einblicke geben: Unter dem Titel "Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt?" (Sa., 31. Aug., 19.30 Uhr) stellt sich das Musiktheater vor und unter "3 Blicke - 3 Stücke" (So. 8. Sept., 11 Uhr) gibt es Kostproben des Schauspielensembles.

Den Sonnabend Abend wird Generalintendant Peter Grisebach nutzen, die neu engagierten Ensemblemitglieder vorzustellen - darunter die Koreanerin Jungnan Yoon, die vor ihrem Debüt als Butterfly am Schleswig-Holsteinischen Landestheater das Braunschweiger Theaterpublikum als Liù in Puccinis Oper "Turandot" zu Tränen rührte. Oder die junge Mezzosopranistin Camilla Lehmeier, die mit Mozarts berühmter Koloraturarie des Sesto aus der Oper "La clemenza di Tito" schon beim Vorsingen glänzte.

Die Regieteams der Eröffnungspremieren "Tod eines Handlungsreisenden", "Peer Gynt" und "Reigen" erläutern mit ihrem Team die Konzeption und geben mit einigen Szenen Einblicke in die Probenarbeit. Schauspieldirektor Wolfram Apprich und Chefdramaturg Andreas Strähnz stellen diese "Drei Blicke auf drei Stücke" den Zuschauern vor.

"Peer, du lügst!" Mit diesem Ausruf beginnt die abenteuerliche Lebensreise des norwegischen Bauernlümmels, dem Fantasie alles, Wirklichkeit nichts bedeutet - und zugleich die Schauspielsaison. Henrik Ibsens "Peer Gynt" (Sa., 21. Sept., 19.30 Uhr) ist Märchen, Familientragödie und Gesellschaftssatire zugleich. Der norwegische Dramatiker verfasste sein Versdrama - auch der "nordische Faust" genannt - um 1867. Ibsen rechnete darin mit Egoismus und Selbstbetrug, mit der eigenen Ruhmsucht und seiner norwegischen Heimat ab.

Sein Held verliert sich lieber in Visionen und Phantastereien, als zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und sich der Realität zu stellen. In den Augen der Dorfgemeinschaft ist Peer ein Aufschneider und Versager. Nachdem er die Braut eines Anderen verführt hat, flüchtet er in die Berge. Dort beginnt seine große Reise durch die Weltgeschichte: Zwischen Traum und Wirklichkeit macht sich Peer Gynt auf die Suche nach sich selbst.

In der Inszenierung von Wolfram Apprich schlüpft das neue Ensemble-Mitglied Simon Keel in die Rolle des Peer Gynt.

Der "Reigen" geht dann am 28. September weiter (Kammerspiele Rendsburg, 19.30 Uhr): Die psychologisch scharfen Beobachtungen des schriftstellerisch wirkenden Mediziners Arthur Schnitzler aus dem Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts könnten heutiger kaum sei. Soziale Klassen, Geschlechterbilder und Rollenverhalten werden brisant diskutiert. Gesellschaftliches Miteinander als "Insel der Seligen" oder als durchkalkulierter Machtparcours - welche Funktion kommt der Liebe und der Liebessehnsucht heute zu?

Bei Schnitzler hat die Liebe nichts Verklärtes. Nicht die Romantik, sondern die Gesellschaft mit ihren Sehnsüchten und daraus resultierenden Mechanismen der Macht stehen im Zentrum seines Liebesreigens.

Bereits morgen startet das Schleswig-Holsteinische Landestheater mit der Abo-Einzeichnung für die neue Theatersaison. Das Spielzeitheft mit dem Theater-Angebot gibt es an allen Vorverkaufsstellen und der Theaterkassen. Neu ist ein Abo-Service-Büro für Rendsburg: Es ist immer montags bis freitags von 10 Uhr bis 13 Uhr unter der Rufnummer 04621-967026 erreichbar oder unter der Mailadresse aboannahme@sh-landestheater.de

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