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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 12:54 Uhr

Theaterpreis für Stefan Wunder

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lions-Club Rendsburg-Königsthor ehrt Schauspieler / Ensemble-Mitglied wechselt nach Heidelberg

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2016 | 14:05 Uhr

Zum 28. Mal verlieh der Lions-Club Rendsburg-Königsthor am Dienstag seinen Theaterpreis. Eine Feier, die immer wieder gut für eine Überraschung ist. Dieses Mal sogar für zwei: Erstmalig wurden während der Amtszeit eines Präsidenten gleich zwei Preise überreicht. Michael Brandt, der im Juli den Vorsitz der Lions abgibt, ehrte bereits im Oktober des vergangenen Jahres Thyra Uhde mit dem Theaterpreis. Die Übergabe war zuvor aus Krankheitsgründen verschoben worden. Jetzt wurde der mit 1500 Euro dotierte Preis an den Salzburger Schauspieler Stefan Wunder (24), der seit 2013 am Landestheater engagiert ist, verliehen.

Im würdigen Rahmen des Theaterfoyers, musikalisch eingerahmt von Kai-Moritz von Blankenburg (Bass) mit Peter Geilich (Klavier), schwärmte Schauspieldirektor Wolfgang Apprich von der Zeit mit Stefan Wunder am Landestheater. Ein „Wunder“, das es nicht alle Tage gibt. „Er ist mir in den drei Jahren ans Herz gewachsen.“ Er sei ein toller Ensemble-Mensch, der den Mut bewiesen hat, als 21-Jähriger in eine Stadt umzuziehen, aus der die anderen 21-Jährigen üblicherweise abhauen. Doch Stefan Wunder habe sich gut zurecht gefunden und in großen Rollen sein überragendes Können und seine Vielseitigkeit bewiesen.

Die Bandbreite seiner Rollen am Landestheater ist beeindruckend. So spielte er den „Happy“ in „Tod eines Handlungsreisenden“ ebenso wie den komödiantisch inspirierten Oberkellner in „Titanic“. Er hat Feldpostbriefe verlesen und ebenso glaubwürdig und eindringlich die heikle Rolle der Prostituierten „Rozna“ in Thomas Manns „Felix Krull“ gespielt.

Nach Abschluss seines Studiums an der Schauspielschule Salzburg hatte er sich mit 120 Bewerbungen an allen möglichen Theatern vorgestellt. Die erste Einladung erhielt er vom Landestheater in Rendsburg in Schleswig-Holstein. „Ich habe nicht gewusst, dass es das gibt und wieweit es von Salzburg entfernt ist“, erinnert er sich. Mit dem Nachtzug ging es nach Rendsburg, nur 10 Minuten Verspätung bei der Ankunft, dann das Vorsprechen, Rückreise, eine lange Pause – und dann die Zusage mit Vertragsangebot. „In Rendsburg fand mein schönstes Vorsprechen statt. Alles so freundlich und menschlich!“

Für Stefan Wunder bedeutete es schließlich den Aufbruch in eine für ihn völlig neue Welt. Für den Theaterpreis bedankte er sich mit dem original-österreichisch gesungenen Stück „Der Halbwilde“ von Helmut Qualtinger. Sichtlich bewegt sagte er: „Mein erster Preis überhaupt. Ich habe die Zeit hier sehr genossen und mit dem Landestheater großes Glück gehabt.“ Die Auszeichnung war gleichzeitig so etwas wie ein Abschiedsgeschenk. Stefan Wunder wird das Landestheater zum Ende der Spielzeit verlassen und nach Heidelberg gehen. Für Schauspieler ist der Theaterpreis des Lions Clubs Rendsburg-Königsthor ein gutes Omen. Auch bei Tatort-Darsteller Axel Prahl stand er am Anfang der Karriere.

 

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