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Landestheater : Theater-Ensemble kann wieder hoffen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach einer Aufsichtsratssitzung ist Rendsburgs Bürgermeister Gilgenast optimistisch, dass Schleswig eine neue Spielstätte baut und die Theater GmbH gerettet wird.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 08:37 Uhr

Die Stadt Rendsburg ohne Stadttheater – eine Horrorvorstellung für Bürgermeister Pierre Gilgenast. Noch vor vier Wochen sah es so aus, als würden sich die Türen des Stadtbild prägenden Gebäudes am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz spätestens in vier Jahren für immer schließen. Seit Freitag besteht wieder Hoffnung, dass der kulturelle Super-Gau vermieden werden kann. Auf einer Aufsichtsratssitzung der Landestheater GmbH in Rendsburg signalisierten die Vertreter der Stadt Schleswig, nun doch einen Ersatz für ihr wegen Einsturzgefahr gesperrtes Theatergebäude bauen zu wollen. Mitte Dezember hatten sie entsprechende Pläne wegen überraschend gestiegener Kosten abgelehnt.

Bürgermeister Gilgenast stimmen die Neuigkeiten aus Schleswig optimistisch. Die Chance, dass die Landestheater GmbH überleben werde, sei seit Freitag größer als das Risiko einer Insolvenz, sagte er gestern gegenüber der Landeszeitung. „Ich bin nach der Sitzung des Aufsichtsrates ein Stück weit erleichtert nach Hause gegangen.“

Rendsburg, Schleswig und Flensburg sind die drei Säulen der Landestheater GmbH. Ohne eine Spielstätte in der Schleistadt würden Generalintendant Peter Grisebach jährlich 200.000 Euro in der Kasse fehlen. Derzeit gibt es in Schleswig zwar eine Ersatzspielstätte, doch spätestens wenn diese nicht mehr zur Verfügung steht, muss das Theater wieder auf ein eigenes Haus zurückgreifen können. Ohne diese Möglichkeit droht der GmbH innerhalb der kommenden vier Jahre die Insolvenz.

Das weiß man auch in Schleswig und hat sich bereits vor einem Jahr für den Bau eines neuen Stadttheaters ausgesprochen. Doch Mitte Dezember 2013 überraschte die Schleswiger Stadtverwaltung ihre politischen Gremien mit der Feststellung, dass die Stadt den auf 14,1 Millionen Euro kalkulierten Theaterbau mit 6,5 Millionen Euro bezuschussen müsste – bis dahin war von fünf Millionen Euro die Rede. Daraufhin gab es heftige Kritik an der „intransparent arbeitenden“ Schleswiger Verwaltung. Bei der Abstimmung über den Theaterbau kam es zu einem Patt. Damit war der Antrag abgelehnt.

Seitdem wird hinter verschlossenen Türen daran gearbeitet, den Schleswiger Ratsmitgliedern den Theaterbau doch wieder schmackhaft zu machen. Auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung wurde ein erster Plan skizziert. Demnach soll die Landestheater GmbH neben der Stadt Schleswig als Co-Bauherr auftreten und würde somit einen Teil des Kostenrisikos abfedern. Von den 6,5 Millionen Euro, die bisher allein die Stadt Schleswig schultern sollte, würde die Theater-Gesellschaft dem Vernehmen nach einen siebenstelligen Betrag selbst übernehmen. Die Rede ist von bis zu 1,2 Millionen Euro.

Für Bürgermeister Pierre Gilgenast gibt es zum Bau eines neuen Theaters in Schleswig keine Alternative – zumal nur dadurch die Zukunft des Rendsburger Stadttheaters gesichert werden könne. „Alle Gesellschafter haben sich zum Landestheater bekannt“, so Gilgenast. Und es gibt erste konkrete Belege dafür, dass man an die Zukunft des 340 Menschen beschäftigenden Kulturbetriebes glaubt. Die Stadt Meldorf hat ihre bereits ausgesprochene Kündigung des Gesellschaftervertrages inzwischen wieder zurückgezogen.

 

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