Schlossplatz : Teure Leuchten-Reparatur

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Die Bodenlampen auf dem Schlossplatz sind beschädigt. Das Bauamt kalkuliert die Instandsetzung auf bis zu 148 000 Euro.

shz.de von
23. Juni 2014, 07:45 Uhr

16,5 Millionen Euro hat vor zehn Jahren die Umgestaltung des Schlossplatzes und der Bau des Obereiderhafens inklusive Bahnbrücke gekostet. Etwas weniger als ein Prozent dieser Summe müsste die Stadt aufbringen, um sich nicht länger über ein Planungsdetail des damaligen Projekts zu ärgern. Es geht um die Bodenlampen, die auf dem Schlossplatz eingesetzt worden sind. Fast alle sind mittlerweile kaputt. Die Reparatur würde laut Kalkulation des Bauamtes bis zu 148 000 Euro kosten.

Zum einen handelt es sich dabei um die Lampen rund um den Gerhardsbrunnen, zum anderen um die Leuchten, die man in einen anthrazitfarbenen Pflasterstreifen eingesetzt hat, der laut Verwaltung „den früheren Grundriss eines historischen Zwillings des Hospitals zum Heiligen Geist markiert“. Wer genau hinsieht, bemerkt die Wassertropfen auf der Innenseite der Abdeckscheiben. Nahezu überall ist Feuchtigkeit eingedrungen.

Dies wiederum ist nach Ansicht der Stadt eine Folge der intensiven Nutzung des Schlossplatzes. Insbesondere durch den Wochenmarkt und dem damit in einem Zusammenhang stehenden Lasterverkehr wurden die Steine rund um die Leuchten gelockert. Dadurch sind die Fassungen der Leuchtkörper undicht geworden. Zudem sind laut Rathaus in den ersten Jahren immer wieder punktuelle mechanische Beschädigungen der Gläser festzustellen gewesen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen und die Leuchten wieder erstrahlen zu lassen, beauftragte die Stadt ein Fachingenieurbüro mit einer Untersuchung. Insbesondere sollte geprüft werden, welche Bauteile noch intakt sind und was eine Reparatur der beschädigten Bauteile kosten würde. Das Ergebnis ernüchterte sowohl Stadt als auch Politik. Obwohl die Herstellerfirma die Leuchten mittlerweile überarbeitet hat, kann sie eine endgültige Funktionsfähigkeit nicht gewährleisten. Das bedeutet: Theoretisch könnten die Lampen unmittelbar nach einer Reparatur allesamt erneut ausfallen. Die Verkabelung hingegen soll noch intakt sein und kann weiterverwendet werden.

Derzeit spielt die Stadt verschiedene Szenarien durch. Ein Komplettaustausch aller Leuchten würde 56000 Euro kosten, würde man hingegen auch den anthrazitfarbenen Pflasterstreifen ersetzen, wäre man bei 148 000 Euro.

Letzteres kommt aus Sicht der Kommunalpolitiker nicht in Frage. Fraktionsübergreifend ist man der Auffassung, dass vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltssituation eine günstigere Lösung her müsse. Entsprechend ist das Bauamt nun in der Pflicht. Zu den Etat-Beratungen im Herbst soll erneut über die Beleuchtung des Schlossplatzes diskutiert werden.

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