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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 21:55 Uhr

Katholische Kirche : Teure Fehlkonstruktion

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Westfassade der St. Martinkirche wird für 90 000 Euro erneuert. Seit Monaten dringt Wasser ins Gebäude.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Zuerst waren nur kleine Flecken an den Innenwänden zu sehen. Im vergangenen Sommer standen dann bei warmem Wetter gelegentlich Schalen im linken Flügel der St. Martinkirche, um das von der Decke tropfende Kondenswasser aufzufangen. Seit Ende vergangener Woche wird die westliche Fassade der katholischen Kirche in der Herrenstraße nun erneuert. Denn durch die äußere Klinkermauer dringt seit Jahren immer wieder Wasser bis ins Innere des Gebäudes. Die 90  000 teure Sanierung soll Ende November abgeschlossen sein.

Beim Bau des Gotteshauses 1968 wurden die Ziegel nach einem heute nicht mehr üblichen Verfahren vermauert, so Eberhard Goll vom Bauausschuss der Gemeinde. Einige der Steine sitzen dabei quer und stoßen so auf die dahinterliegende Kalksteinmauer, um die Konstruktion zu stabilisieren. Der Nachteil daran: Wasser übertrug sich so immer wieder auf die innere Hauptwand, bildete dort große feuchte Flecken und zerstörte den Putz.

Wiederholte Erneuerungen der Schutzbeschichtung auf der Fassade und zuletzt vor drei Jahren ein Reparaturversuch der beschädigten Ziegel zeigten nur vorübergehend Wirkung. „Mittlerweile sind zu viele feine Haarrisse im Mauerwerk“, sagte Walter Preuß, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. „Wir haben alles andere versucht“, so Goll. Doch letzendlich habe sich der Kirchenvorstand für die einzig dauerhafte Lösung entschieden.

Die neue Fassade wird aus Denkmalschutzgründen wieder aus Klinkersteinen bestehen. Sie wird jedoch statt durch quer vermauerte Ziegel durch Stahlstreben stabilisiert werden.

60  000 Euro der Kosten trägt das Erzbistum Hamburg, 30  000 die Gemeinde. Obwohl die übrigen Außenwände seinerzeit ebenso gebaut wurden wie die Westwand, müssen jene laut Preuß nicht erneuert werden. Sie seien der Witterung deutlich weniger ausgesetzt, da der Wind meist aus westlicher Richtung wehe.
Der Gottesdienst und andere kirchliche Aktivitäten werden durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Ein Teil der Parkplätze vor der Kirche steht für den Zeitraum allerdings nicht zur Verfügung.

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