Handball : Testspiel-Rarität für OKT

Soll mehr in das OKT-Spiel integriert werden: Marleen Völzke (links).
Soll mehr in das OKT-Spiel integriert werden: Marleen Völzke (links).

Handball: Drittliga-Frauen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen fordern heute die Polizei-Nationalmannschaft heraus

shz.de von
06. Februar 2018, 11:37 Uhr

Spiele gegen die Polizei-Nationalmannschaft der Frauen sind eine Rarität, denn nach Aussage von Thomas Link, Fachwart Handball im deutschen Polizeisportkuratorium (DTSK), trifft sich diese Mannschaft nur alle vier Jahre. Heute (19.30 Uhr) ist die deutsche Auswahl von Ex-Bundesligaspieler Rudi Fritsch zu Gast beim Handball-Drittligisten HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen (OKT) in der Kropper Geestlandhalle.

OKT-Trainer Sebastian Schräbler erwartet einen „richtig guten Gegner“, wahrscheinlich vom Niveau „zwischen erster und zweiter Liga“. Etwas zurückhaltender formuliert es Link: „Wir können mit einem durchschnittlichen Zweitligisten mithalten.“ Der Test kommt für den Tabellenfünften der 3. Liga zum perfekten Zeitpunkt. „Training und alle zwei Wochen ein Spiel“, sieht Schräbler verständlicherweise nicht als optimal an: „Es ist wichtig für uns, in den Rhythmus zu kommen.“ Am Sonntag gastiert der TSV 1860 Travemünde in Owschlag. Schräbler schließt „Experimente“ aus, „wir wollen einfach nur in die Spur kommen“. Insbesondere die Rekonvaleszenten Marleen Völzke und Caja Lübker sollen wieder mehr ins OKT-Spiel, insbesondere wegen des Ausfalls von Jill Sievert, integriert werden. Schräbler: „Wenn uns das mit diesem Spiel gelingt, ist schon viel gewonnen. Personell sind alle dabei.“

Für die Nationalmannschaft beginnt jetzt die heiße Phase im Vorfeld der 5. Europäischen Polizei-Meisterschaft (EPM), die zwischen dem 12. und 19. März in Göppingen steigt. „Unser Ziel ist klar. Wir wollen den Titel“, sagt Link. Ein Blick in die Historie verrät: Die deutsche Auswahl ist wieder dran mit dem Turniersieg. In den Jahren 2004 und 2010 gelang der EM-Titel, 2008 und 2014 gab es Bronze. Noch ein Motivationshappen: Vor zwei Jahren holten die Männer Gold. Da wollen die Frauen nachlegen. Gestern schlugen 22 Spielerinnen ihr Lager in Eutin bei der Landespolizei Schleswig-Holstein auf. Der einwöchige Lehrgang ist gespickt mit drei Testspielen. Nach dem heutigen Spiel gegen OKT geht es am Mittwoch und Donnerstag gegen die Owschlager Drittliga-Konkurrenten TSV 1860 Travemünde und SV Henstedt-Ulzburg. Sechs Spielerinnen werden Ende der Woche aussortiert. „Dann steht der EM-Kader mit 16 Spielerinnen“, so Link, der gestern auch erstmals die Erst- und Zweitligaspielerinnen begrüßen durfte. Mit Antje Lauenroth (SG BBM Bietigheim) und Angie Geschke (VfL Oldenburg) sind auch zwei Spielerinnen aus dem WM-Kader von Michael Biegler dabei. Zudem zählen auch Ann-Kristin Roller (VfL Oldenburg), Lisa Friedberger, Larissa Platen (TV Bensheim) sowie Verena Breidert (TG Nürtingen) zum deutschen Ensemble. Im ersten Lehrgang Mitte Januar in Hannover wurden Duelle gegen Hannover-Badenstedt und SV Werder Bremen verloren, gegen Drittligist SFN Vechta mit 31:27 gewonnen. Nun folgt der zweite Vorbereitungslehrgang mit deutlich leistungsstärkerem Personal.

Die deutsche Auswahl gehört bei der EPM neben Norwegen, Frankreich und Dänemark zu den Favoriten. In der Gruppe A trifft die deutsche Mannschaft zunächst auf Frankreich, Schweiz und Ungarn, in der Parallelstaffel messen sich Norwegen, Dänemark, Österreich und die Niederlande. „Im Eröffnungsspiel am 13. März geht es gegen Frankreich gleich um den Gruppensieg“, prognostiziert Link, der von drei erfolgreichen Testspielen in dieser Woche ausgeht. Schräbler hält mit einem Schmunzeln dagegen: „Meine Spielerinnen sind heiß auf die Partie.“ Sie ist ja auch eine Rarität.



zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen