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Testfahrt mit E-Auto: „Läuft der Motor eigentlich schon?“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Der Wagen sieht aus wie ein Auto, er lässt sich bedienen wie ein Auto, aber er hört sich nicht an wie ein Auto. Stattdessen gibt der Renault Zoe in der Anfahrtsphase ein dezentes Geräusch von sich, das an ausklingende Kirchenglocken erinnert. Ohne diese künstlich erzeugte Akustik, die Fußgänger und Radfahrer warnen soll, würde sich das Elektroauto nahezu unhörbar fortbewegen. Erst ab Tempo 30 ist das Abrollgeräusch der Reifen so deutlich wahrnehmbar, dass auf die „Kirchenglocken“ verzichtet werden kann.

Testfahrt mit dem E-Mobil des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein. Für ein paar Stunden hat Pressesprecher Michael van Bürk den Wagen für die Landeszeitung reserviert. Doch bevor es losgeht, muss zunächst der Stecker aus der Steckdose. Diese ist bei Renault im Kühlergrill hinter der Raute versteckt. Erst wenn das Kabel gelöst ist, kann der Fahrer den Motor starten. Ein Knopfdruck genügt, ein paar Anzeigen blinken auf. Das war’s. „Läuft der Motor eigentlich schon?“ – „Na, klar“, sagt van Bürk, „einfach den Automatikschalter auf ’D’ stellen und losfahren.“ Verblüffend, wie der Zoe auf das „Gas“-Pedal anspricht. Auf den ersten Metern entwickelt das Auto eine Kraft wie ein 150-PS-Benziner, dabei hat das 1,5 Tonnen schwere Fahrzeug nur 88 PS. Mit zunehmendem Tempo allerdings holt die Kraftstoff betriebene Konkurrenz auf. Bei Tempo 135 ist ohnehin Schluss. Durch eine höhere Geschwindigkeit würde die Batterie zu schnell leergesaugt werden.

Eine Reichweite von 150 Kilometern soll der Zoe haben. In der Praxis wird man wohl nicht ganz so weit kommen. Immerhin: Die Reichweiten-Anzeige ist stets im Blickfeld des Fahrers. Das diszipliniert – und zwingt zu einer vorausschauenden Fahrweise, zumal das Netz an E-Tankstellen noch sehr dünn ist. Daher gibt es eine Eco-Taste. Die drosselt den Motor auf eine Maximal-Geschwindigkeit von 95 Kilometern pro Stunde.

Der Landesverband der Diakonie hat seinen Carport mit einem Schnellladegerät ausstatten lassen. Nach knapp drei Stunden ist der Zoe fit für die nächste Ausfahrt. Das Auto macht Spaß, liegt gut in der Kurve und ist einfach zu bedienen. Und – typisch für Elektroautos – der Geräuschpegel im Innenraum ist fast so niedrig wie in einer Luxuslimousine.

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