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Alt Duvenstedt : Tennet will doppelte Stromtrasse aufrüsten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Netzbetreiber informiert die Bürger und kündigt an, die Anwohner einzubinden. Landwirt Jürgen Peter Speck: „Ich will keine Freileitungen über meinem Land.“

Die Alt Duvenstedter leben seit Jahrzehnten mit Hochspannungsmasten und Freileitungen. Eine Trasse führt entlang der Autobahn 7, eine Doppeltrasse verläuft über das westliche Gemeindegebiet. Diese soll jetzt „aufgerüstet“ werden. Über die Planungen informierte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet in einer Einwohnerversammlung am Mittwoch, zu der 80 Interessierte in den Gasthof „Zur Linde“ kamen.

Strom aus erneuerbaren Energien, überwiegend aus Windkraft – da liegt Schleswig-Holstein weit vorne. Die Landsregierung rechnet 2015 mit einer Leistung von 9000 Megawatt. 2000 Megawatt werden direkt im Norden verbraucht. 7000 Megawatt sollen in die Mitte und den Süden Deutschlands fließen. Doch die bestehenden Freileitungen reichen dazu nicht aus. Auch die bestehende 220-Kilovolt-Leitung zwischen dem Umspannwerk Audorf und Flensburg soll „aufgerüstet“ werden. Über die geplante 380-Kilovolt-Leitung über dem westlichen Gemeindegebiet informierte Tennet nun die Bürger aus Alt Duvenstedt.

Eine 380-Kilovolt-Leitung führt bereits über die Gemeinde, parallel dazu eine 220-Kilovolt-Leitung. Diese soll jetzt auf 380 Kilovolt „ertüchtigt“ werden. „Dann fließt acht Mal soviel Strom durch“, machte Jens-Andreas Böttger von Tennet die Steigerung deutlich. Höhere Masten müssten dazu möglichst in der vorhandenen Trasse aufgestellt werden. Weil die bestehende Leitung erst abgebaut werden kann, wenn die neue betriebsbereit ist, werden die neuen und höheren Masten parallel zur alten Leitung in einem Abstand von mindestens 15 Metern errichtet.

Und weil die neuen Masten auch breiter werden, befürchtet der Landwirt Jürgen Peter Speck Beeinträchtigungen. Sein „Birkenhof“ grenzt an die bisherige Trasse. „Ich will keine Freileitungen über meinem Land“, betonte Speck während der Einwohnerversammlung. „Schon jetzt hören wir das Knistern der Leitungen bei feuchter Witterung, selbst durch das geschlossene Schlafzimmerfenster“, machte sein Sohn Arne deutlich. Der Jungbauer, der demnächst den Hof übernehmen wird, sieht durch die Freileitungen Einschränkungen bei eventuellen Erweiterungen des Milchviehbetriebs.

Das Knistern werde durch die neuen Leitungen mit jeweils vier Seilen eher geringer, sagte der Landschaftsarchitekt Uwe Herrmann, der für den Bereich Umweltverträglichkeit zuständig ist. Er betonte, dass bei der Planung alle Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung weit unterschritten bleiben.

„Alle Eigentümer, die von Masten oder Leitungen betroffen sind, bekommen Besuch von Tennet“, versprach Jens-Andreas Böttger. Er kündigte an, dass Ideen und Anregungen von Anwohnern bei der weiteren Planung berücksichtigt würden.

 

> Einen Übersichtsplan des Trassenverlaufs und grundlegende Informationen finden sich auf der Internetseite www.tennet-schleswig-holstein.de

 

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erstellt am 24.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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