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Rendsburg : Tempo 30 sorgt für verstopften Kanaltunnel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Verkehr im Kanaltunnel fließt zäh. Weil Lastwagen auf der Umleitungsstrecke den Asphalt zermürben, drosselt Behörde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. „Sonst fliegt uns die Fahrbahn um die Ohren.“

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Rendsburg | Die Lage für Verkehrsteilnehmer, die den Kanal überqueren wollen oder müssen, spitzt sich weiter zu. Ab heute Morgen ist im Rendsburger Straßentunnel nur noch Tempo 30 erlaubt - und schon sorgt die Einschränkung für zähfließenden Verkehr. Bisher betrug das Limit 50 Stundenkilometer. Als Grund für die Drosselung gibt die Verkehrsaufsicht des Kreises Schäden in der Asphaltdecke an.

„Durch den Verschleiß der vergangenen Wochen haben sich in der Röhre Spurrillen gebildet. Autofahrer haben vereinzelt Probleme, die Spur zu halten. Es gab dadurch bereits mehrere Unfälle“, sagte Leiter Günter Wischnewski. „Wir müssen die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduzieren. Sonst fliegt uns die Fahrbahn um die Ohren.“ Sobald die Schäden behoben seien, werde die Tempobeschränkung wieder aufgehoben, kündigte der oberste Verkehrsaufseher des Kreises an.

Voraussichtlich am Wochenende um den 12. Oktober werde man die Weströhre des Tunnels neu asphaltieren. „Das ist der frühestmögliche Zeitpunkt und unser Favorit.“ Genaueres werde man nach Gesprächen mit der Baufirma in der kommenden Woche bekannt geben.  Nötig sei für die Arbeiten möglicherweise eine 24-stündige Sperrung der gesamten Weströhre. Bisher hatte es das nur maximal vier Stunden gegeben. Vor Wochen war der Kanaltunnel von Statikern auf seine Tauglichkeit für Schwertransporte untersucht worden.

Verantwortlich für die Sicherheit im Tunnel ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Mit der Entscheidung, den Tunnel-Asphalt noch während der Teilsperrung der Rader Hochbrücke im Zuge der A7 zu erneuern, widersetzt sich die Behörde einem ausdrücklichen Wunsch aus dem Verkehrsministerium in Kiel. Am Mittwoch hatte Staatssekretär Frank Nägele darum gebeten, mit der Deckenerneuerung zu warten, bis die Rader Hochbrücke wieder vollständig belastbar sei.

Unterdessen wollen der Kreis und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berufstätigen den täglichen Weg zur Arbeit an anderer Stelle erleichtern. Ab Montag, dem 30. September,  wird in Osterrönfeld ein behelfsmäßiger Pendlerparkplatz eingerichtet. Nach Angaben von Wischnewski sind an der Albertz-Betz-Straße  vor dem Kreisel Richtung Schwerlasthafen auf der rechten Seite 250 bis 300 Stellplätze vorgesehen. Die derzeit nicht genutzte Wiese gehört dem Betreiber des Schwerlasthafens, der Rendsburg Port GmbH.

Pendler können von dort mit ihrem eigenen Fahrrad oder zu Fuß zur Schwebefähre oder zum Fußgängertunnel gelangen, um danach auf die nördliche Kanalseite zu wechseln. Die an der Fläche vorbeiführende Buslinie 16 wird bedarfsweise an einem provisorischen Bushalteschild halten. Hier sind Zu- und Ausstiege in den Busverkehr von und zum Fußgängertunnel möglich. Ob dieses Angebot ausreichen wird, um Pendler aus dem Stau zu locken, erscheint allerdings fraglich. Die Zeitersparnis dürfte durch den Fußweg zum Kanal und das Umsteigen in den Linienbus gen Null tendieren.

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