Verkehr : Tempo 30: Ist das Schild zu versteckt?

Verärgert: Siegfried Bolz beklagt, dass Autofahrer den Beginn des Tempo-30-Abschnitts auf der Dorfstraße in Alt Duvenstedt nur schwer erkennen können.
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Verärgert: Siegfried Bolz beklagt, dass Autofahrer den Beginn des Tempo-30-Abschnitts auf der Dorfstraße in Alt Duvenstedt nur schwer erkennen können.

Neue Geschwindigkeitsbegrenzung vor der Grundschule in Alt Duvenstedt / Autofahrer fordert neue Position des Hinweises

shz.de von
23. Januar 2018, 10:47 Uhr

Seit mehr als 40 Jahren fährt Siegfried Bolz regelmäßig durch Alt Duvenstedt. Der 64-Jährige wohnt in Holzbunge. Will er nach Rendsburg, wählt er stets den Weg über die knapp 2000 Einwohner große Gemeinde. Der Mann kennt den Weg in- und auswendig.

Doch am 9. Januar wird der Autofahrer überrascht: Kurz bevor er an der Grundschule vorbeifährt, irritiert ihn ein „heller Schein“. Wenige Tage später bestätigt ihm ein Schreiben, dass es sich dabei um das Auslösen einer Radarfalle handelte. Auf der Durchgangsstraße, die seit jeher mit Tempo 50 befahren werden durfte, befindet sich seit kurzem ein 300 Meter langer Abschnitt, auf dem Tempo 30  gilt. Bolz hat den Hinweis nicht gesehen und beklagt, dass dieser zu versteckt platziert sei. Nun will er gegen die Zahlungsaufforderung vorgehen.

Ihm gehe es nicht um das Geld, sondern um das Prinzip, betont Bolz mit Blick auf den Bußgeldbescheid in Höhe von 15 Euro. Er fordert eine Neupositionierung des Schildes. Aktuell befindet es sich etwa 50 Meter vor der Grundschule, direkt nachdem die Dorfstraße einen Rechtsknick macht. „Die hätten das Schild vor die Kurve stellen müssen“, ärgert sich Bolz. Außerdem moniert er, dass es direkt hinter einer Kreuzung mit zwei Seitenstraßen liegt: „Da muss ich mich auf die Kreuzung konzentrieren und kann nicht nach oben zu dem Schild gucken.“ Erschwerend komme hinzu, dass man keine freie Sicht hat: Wenige Meter vor Beginn des Tempo-30-Teilstücks steht ein Laternenpfahl, an dem ebenfalls Schilder platziert sind.

„Wenn Sie da einen Blitzwagen hinstellen, ist das eine Goldgrube“, kommentiert Bolz die aus seiner Sicht unzureichende Einsehbarkeit sarkastisch. An der grundsätzlichen Richtigkeit des Tempo-30-Abschnitts zweifelt er nicht: „Sicherheit hat Vorrang – aber so kann es nicht gemacht werden.“

Britta Hingst, Fachgruppenleiterin der Straßenverkehrsbehörde des Kreises, teilt auf Anfrage mit, dass die exakte Positionierung des Hinweises auf die Geschwindigkeitsbeschränkung Sache der zuständigen Straßenmeisterei sei. Sollte es gehäuft zu Beschwerden kommen, könne dies für die Verkehrskommission ein Anlass sein, eine Neupositionierung anzuordnen. Grundsätzlich sei es jedoch wichtig, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht zu weit vor der Schule beginne, damit die Autofahrer das Tempo-30-Schild mit der Gefahrenquelle in Zusammenhang bringen können.

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