zur Navigation springen

Zahlen muss der Kunde : Taxiunternehmen fordern 30 Prozent

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Landesverband beantragt bei der Kreisverwaltung die Erhöhung der Fahrpreise, um die Mehrkosten des Mindestlohns aufzufangen.

Die Erhöhung der Taxitarife in Rendsburg-Eckernförde scheint sicher. Dem Kreis liegt ein Antrag auf Änderung der Beförderungsentgelte vor, bestätigte die Verwaltung jetzt der Landeszeitung. Demnach fordern die Unternehmen in einzelnen Tarifen Erhöhungen von bis zu 30 Prozent. Ob diese Forderung erreicht wird, ist offen. Die Chancen stehen jedoch gut, denn die Kreisverwaltung muss bei ihrer Entscheidung nicht nur die Interessen der Kunden berücksichtigen, sondern auch den Ansprüchen der Unternehmen und deren Mitarbeiter gerecht werden.

Die Erhöhung der Fahrpreise wird aus Sicht der Taxifahrer nötig, weil ab dem 1. Januar 2015 der Mindestlohn auch in diesem Gewerbe gilt (wir berichteten). In der Branche werden in vielen Fällen geringere Stundensätze als der dann vorgeschriebene Mindestlohn von 8,50 Euro gezahlt. Dadurch entstehen den Unternehmen Mehrkosten, die sie entweder über Entlassungen oder eine Fahrpreis-Anhebung auffangen müssen.

Nun hat der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe Schleswig-Holstein beim Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Antrag auf Änderung der Verordnung über Beförderungsentgelte gestellt. Demnach ist eine Erhöhung von etwa 25 Prozent im Mittel vorgesehen. „In einigen Tarifgruppen ist es weniger, in anderen mehr“, sagt Andreas Brück, der als Fachgruppen-Leiter der Straßenverkehrs- und Bußgeldbehörde für den Antrag zuständig ist. Die Grundgebühr für Fahrten von Montag bis Sonnabend zwischen 6 und 22 Uhr soll dem Antrag zufolge von 2,70 Euro auf 3,40 Euro erhöht werden. An Sonn- und Feiertagen möchten die Taxiunternehmen sie sogar von 3,20 Euro auf 4 Euro heraufsetzen. Auch die Gebühren für den gefahrenen Kilometer sollen steigen. Sollte dem Antrag ohne Änderungen stattgegeben werden, müssten Fahrgäste ab Januar 2015 beispielsweise für Fahrten bis drei Kilometer Länge 2,10 Euro pro Kilometer bezahlen. Derzeit beträgt der Preis 1,70 Euro.

Die Kreisverwaltung hat umgehend nach Eintreffen des Antrags Anfang des Monats das Verfahren eingeleitet. „Wir dürfen keine Zeit verlieren“, sagte Andreas Brück. Zunächst hört die Verwaltung die Meinungen der 45 Taxiunternehmen im Kreis, der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Städte, Gemeinden und Ämter. Die Anhörungen sind am 7. Oktober versendet worden. Bis 31. Oktober müssen dem Kreis die Antworten vorliegen. „Dann werten wir die Stellungnahmen aus, setzen uns unter Umständen noch einmal mit dem Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes zusammen und formulieren dann einen Vorschlag an den Landrat“, so Brück über das Vorgehen.

„Zum Ausgang des Verfahrens kann ich noch keine Aussage treffen“, sagte er. Bei der Bewertung müsse die Verwaltung ein ausgewogenes Verhältnis finden. Dazu zähle es, den Ansprüchen der Bevölkerung, der Unternehmen und der Fahrer gerecht zu werden. „Eine Taxifahrt muss bezahlbar sein“, sagte Brück. Die Tarife dürfen sich ihm zufolge innerhalb des Kreises nicht unterscheiden. Sonst werde der Wettbewerb verzerrt.

Es stehe dem Kreis frei, den Antrag abzulehnen, sagte Thomas Balk, Verkehrsreferent bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. So etwas sei in der Vergangenheit zwar schon passiert, „wäre in diesem Fall aber nicht plausibel“, so Balk. Denn der Forderung liegen ihm zufolge die Auswirkungen des Mindestlohns zugrunde. Wegen der nahenden Einführung sehen ihm zufolge fast alle Kreise des Landes einer Erhöhung der Fahrpreise entgegen. Die IHK strebe in dem Zuge eine Angleichung der Tarife vergleichbar strukturierter Regionen an. Derzeit bestehe das Land aus einem „Tarifflickenteppich“. Nicht zuletzt, weil der Kreis Rendsburg-Eckernförde seit der vergangenen Erhöhung im Jahr 2010 weit vorn liege.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert