Behördenärger : Tauziehen ums Kennzeichen

Eineinhalb Jahre musste Gerrit Wendland warten, bis sein zweizeiliges Kennzeichen genehmigt wurde.
Eineinhalb Jahre musste Gerrit Wendland warten, bis sein zweizeiliges Kennzeichen genehmigt wurde.

Die Zulassungsbehörde des Kreises verweigerte einem Autobesitzer die im Fahrzeugschein vermerkte Schilderform. Die Richter gaben dem Bürger Recht.

shz.de von
06. Juni 2018, 13:40 Uhr

Gerrit Wendland (69) ist sauer auf die Rendsburger Zulassungsbehörde. Grund für seinen Ärger ist, dass die Mitarbeiter der Zulassungsstelle ihm kein schmales, zweizeiliges Kennzeichen für seinen aus Kanada importierten Pickup genehmigen wollten. Und das, obwohl diese Form des Nummernschildes im Fahrzeugschein vermerkt ist. „Die Verwaltung kann sich nicht über Dokumente hinwegsetzen“, schimpft er. „So etwas lasse ich mir nicht gefallen.“ Erst nachdem Wendland das Verwaltungsgericht einschaltete, durfte er das Kennzeichen montieren.

Rückblick: Anfang 2017 kaufte Wendland den Ford von einem Importeur. Dieser lässt die Fahrzeuge „in Einzelabnahme für den europäischen Markt umrüsten“, berichtet Wendland. Nach dem Umbau des Fords nahm der TÜV das Fahrzeug ab. Auf Grundlage eines Gutachtens der Prüfer wurden deutsche Fahrzeugpapiere ausgestellt. In diesen wurde vermerkt, dass der Pickup ein zweizeiliges Nummernschild bekommen soll. Es ist schmaler, aber höher als die in Deutschland üblichen. Ein breiteres Schild würde die Lüftungsschlitze blockieren.

Der 69-Jährige ging zur Zulassungsbehörde und beantragte den Fahrzeugschein. Auch in diesem wurde das zweizeilige Kennzeichen vermerkt. Als er sein Nummernschild haben wollte, gab es aber Probleme: „Die sagten mir: So ein Nummernschild machen wir nicht“, erinnert er sich. Für eine etwaige Ausnahmegenehmigung müsse er zunächst ein Gutachten vom TÜV einholen. Dort wollte man ihm keines ausstellen, da die Form des Schildes bereits im Fahrzeugschein festgehalten war.

Wendland schaltete das Verwaltungsgericht Schleswig ein. Die Richter bestätigten die TÜV-Einschätzung. Daraufhin revidierte der Kreis seine Haltung. Vor zwei Wochen schließlich bekam Wendland den Bescheid, dass er das Nummernschild nun führen darf – eineinhalb Jahre nach der Beantragung.

Die Kreisverwaltung bestätigt den Vorfall. Sie weist aber darauf hin, dass Wendland nur Anspruch auf das kleinere Kennzeichen habe, weil der Verwaltung ein Fehler passiert sei. Als Wendlands Fahrzeugschein ausgestellt wurde, sei versehentlich das zweizeilige Nummernschild seines Vorbesitzers übernommen worden. Wäre dies nicht passiert, hätte Wendland ein TÜV-Gutachten vorlegen müssen, berichtet die stellvertretende Kreissprecherin Judith Matthiesen.

Diese Erklärung stellt Wendland nicht zufrieden: „Das ist eine Schutzbehauptung.“ Wenn die Behörde das Nummernschild aus dem Fahrzeugschein des Vorbesitzers nicht in den neuen Schein aufgenommen hätte, „wäre ein Dokument verfälscht worden.“ Auch dann wäre er vor Gericht gezogen.

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