Kommentar : Taschenspieler

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21. Juni 2013, 10:45 Uhr

Jetzt bekommen wir also einen Senat und eine Stadtpräsidentin. Die noblen neuen Bezeichnungen für altbekannte Institutionen sollen für mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Bevölkerung sorgen. Doch was sind schon Namen und Titel? Zu Zeiten des Hauptmanns von Köpenick waren Leichtgläubigkeit und unkritische Akzeptanz gegenüber angeblichen Autoritäten offenbar an der Tagesordnung. Und, zugegeben, es gibt solches Verhalten auch heute noch. Ein politisches Gremium in Rendsburg aber, das sich gegen über den Wählern verantworten muss, wird sich nicht lange hinter dem hochtrabenden Etikett verstecken können. Die Rendsburger Kommunalpolitik wird einzig und allein daran gemessen, was sie für die Stadt leistet - ob sie es zügig schafft, die Eiderkaserne und den Obereiderhafen zu beleben, dem Stadtmarketing auf die Sprünge zu helfen und genügend Kita-Plätze zu schaffen. Einen Ehrentitel wie Senat (Ältestenrat, mit der unterschwelligen Hoffnung auf Weisheit) muss man sich verdienen. Sich diesen Titel selbst zu verleihen und davon Anerkennung zu erwarten, ist nicht mehr als ein schlechter Taschenspielertrick.

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