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Landeszeitung

20. August 2017 | 02:35 Uhr

Taschen aus Fischhaut und Treibgut

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Frauen stellen aus“ mit 24 Anbieterinnen aus ganz Schleswig-Holstein / Alles in Hand- und Heimarbeit angefertigt

Seit vielen Jahren sind die Frühjahrs- und Herbstmärkte von „Frauen stellen aus“ Tradition in der kleinen Gemeinde am Wittensee. Auch am vergangenen Wochenende öffnete der Landgasthof „König Ludwig“ wieder seine Türen für den beliebten Kunsthandwerkermarkt. Das besondere dabei: Nur Künstlerinnen bieten an beiden Tagen ihre in Heim- und Handarbeit gefertigten Werke an. Diesen Herbst ist es bereits die 12. Auflage von „Frauen stellen aus“, bei der mittlerweile 24 Ausstellerinnen aus ganz Schleswig-Holstein ihre Produkte präsentierten.

Schon seit mehr als fünf Jahren dabei sind Kirsten Bremer und Karen Ullmann aus Kronshagen. Keines ihrer Kunstwerke gleicht dem anderen, denn alle Stücke sind Unikate aus Treibholz von der Küste. „Wir haben das gesamte Holz selbst gesammelt“, betonte Kirsten Bremer. Vorwiegend stamme es von der Nordseeküste, aber auch aus dem Ostseeraum sowie von der norwegischen und schwedischen Küste sei Treibholz verarbeitet worden. „Aus jedem Urlaub haben wir etwas mitgebracht“, erzählte Bremer von ihrer Sammelleidenschaft.

Auch mit Wasser im entferntesten Sinne waren die Ausstellungsstücke von Maike Hansen aus Schleswig verbunden. Bei ihrer Premiere in Bünsdorf zeigte sie kunstvoll verarbeitete Accessoires aus Fischhaut. Ihre Taschen, Anhänger oder Armbänder waren aus der Haut von Aal, Hecht, Barsch oder Meerforelle aus der Schlei gefertigt oder damit verziert. Maike Hansen erläuterte den interessierten Besuchern auch die Herstellung der Schmuckstücke. „Das ist reine Rindengerbung, nur mit Wasser und Weidenrinde“, betonte sie den natürlichen Prozess. Ihr sei es besonders wichtig, dass der Fisch komplett verwertet werde, so Hansen weiter. „Die Verstärkung der Fischhaut mit Leder von Hirsch und Elch erinnert auch an die Lebensweise alter Völker“.

Mit vielen Tieren anderer Art bestückt war der Stand von Giesela Backens aus Borgstedt. Schon seit Jahren sei das Stricken ihr Hobby und so habe sie sich an diesem Wochenende erstmals dazu entschieden, ihre selbst gestrickten Kuscheltiere auf einem Markt zu präsentieren. „Seitdem ich einen Enkel habe, hat meine Tochter mich zu den Tieren inspiriert“, freute sich Backens. Ob Kühe, Elefanten, Papageien oder Affen – fast die gesamte Arche wartete auf neue Besitzer.

Währenddessen hatte Sigrid Gemp aus Schülp schon die ersten Weihnachtsartikel verkauft. Ausgesägt aus Holz, stimmten neben Wichteln und Weihnachtsmännern auch fliegende Rentiere auf die nahende Adventszeit ein. Doch auch kleine Möbel im Shabby-Look, Tiffany-Glasbilder, Haarspangen, Bilder aus gepressten Blumen und verschiedene Kränze wurden von den zahlreichen Besuchern des Kunstmarktes entsprechend gewürdigt.

Ein besonderes Erlebnis für die Nase waren die Produkte von Brigitte Vogt aus Tolk. Auch sie kommt schon seit vielen Jahren an den Wittensee und begeisterte die Besucher mit Duftkissen und Naturkosmetik. Während sie in den Duftkissen meist Lavendel aus biologischem Anbau verwendet, arbeitet Brigitte Vogt bei der Pflege für Gesicht, Hand und Fuß mit ätherischen Ölen von Mandel oder Ringelblume. „Alles fing mit einem großen Kräutergarten an“, berichtete Vogt. „Das Hobby kostet viel Zeit, aber macht Spaß“, erzählte sie weiter.

Insgesamt zeigte sich Organisatorin Janette Hennes-Remmien sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Ausstellung. „Von Beginn an war es voll in den Räumen hier“, freute sich die Bünsdorferin, die auch selbst mit handgemachtem Schmuck vor Ort war.



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