Grundstücksdeal : Tanneck-Bürger setzen Stadt unter Druck

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Das von der Landeszeitung enthüllte Grundstücksgeschäft in Hoheluft sorgte gestern für Turbulenzen im Senat.

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13. März 2014, 11:36 Uhr

Die Stadtverwaltung gerät nach dem zweifelhaften Grundstücksgeschäft in Hoheluft immer stärker unter Druck. Bewohner der Straße Tanneck nutzten die Einwohnerfragestunde im Senat, um Bürgermeister Pierre Gilgenast und Kämmerer Herwig Schröder zum Verkauf des 3000 Quadratmeter großen Areals an der Eider auszuhorchen. Den Handel hatte nicht die Stadt, sondern die Landeszeitung öffentlich gemacht. Durch hartnäckiges Nachfragen forderten die Bürger eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte, dass 3000 Quadratmeter Land möglicherweise weit unter Wert veräußert wurden. Und warum sie als Anwohner vor dem Verkauf nicht informiert worden seien. Mehrfach habe man sich als Pächter in vierter Generation selbst um die Fläche bemüht – und nun erfahre man aus der Zeitung, dass der Verkauf vor Monaten im Geheimen vollzogen worden sei. Der Käufer des Areals, dessen Namen die Anwohner im Senat einmal erwähnten, sei im Übrigen gar kein Rendsburger.

Das fragliche Gebiet befindet sich in einem Bereich, in dem der Quadratmeterpreis laut Bodenrichtwertkarte des Kreises bei 145 Euro liegt. Bezahlen musste der Käufer aber nur 25 Euro pro Quadratmeter. Kämmerer Schröder erklärte den niedrigen Tarif mit der Tatsache, dass man die Grundstücke „nicht baulich nutzen kann, ihnen fehlt im Hinblick auf die Bodenrichtwertkarte damit eine entscheidende Eigenschaft“. Der hohe Preis beziehe sich auf Baugrundstücke, die nicht größer als 600 Quadratmeter und für die Bebauung mit Einfamilienhäusern geeignet seien.

Auf die Frage an Gilgenast, warum er sich trotz der mehrfachen Bitte um ein persönliches Gespräch nicht bei den Tanneck-Bewohnern gemeldet und auch nicht auf Fragen geantwortet habe, antwortete der Verwaltungschef: „Die Beantwortung dieser Fragen ist fertig“, er habe die Inhalte aber zunächst mit dem Senat abstimmen wollen.

Darüber hinaus beschloss das Gremium, den Wochenmarkt probeweise vom Schloß- auf den Schiffbrückenplatz zu verlegen. Einstimmig abgesegnet wurde auch der neue Stadtslogan: „Rendsburg – Am Nord-Ostsee-Kanal“.

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