Tankstellenräuber springt aus Amtsgericht und flieht

Das Amtsgericht an der Königstraße: Hier gelang dem Tatverdächtigen zunächst spektakulär die Flucht. Frank
Das Amtsgericht an der Königstraße: Hier gelang dem Tatverdächtigen zunächst spektakulär die Flucht. Frank

Polizei fasste ihn nach 75-minütiger Suche / Ermittler werfen ihm drei Überfälle vor

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25. Juni 2019, 19:15 Uhr

Rendsburg | Gerade von der Kriminalpolizei gefasst und schon wieder weg: Einem mutmaßlichen Tankstellenräuber ist am Dienstag die Flucht aus dem Amtsgericht Rendsburg gelungen. Aus einem Fenster im ersten Stock sprang er vier Meter in die Tiefe. Später wurde er jedoch von Beamten aufgegriffen.

Der 18 Jahre alte Verdächtige soll zusammen mit einem Komplizen (17) in Osterrönfeld zwei Mal innerhalb von zwei Tagen die Classic-Tankstelle überfallen haben. Laut Polizei schlug er am Montag, 17. Juni, gegen 6 Uhr zu. Er hielt der Kassierein (47) eine Schusswaffe vor und verlangte Geld. Der Mann entkam mit einer kleinen Summe. Ein Komplize und er flohen in einem VW-Passat. Am Dienstag betrat der Mann den Verkaufsraum gegen 19.30 Uhr und verlangte von der Angestellten (18) Bargeld. Erneut floh er mit einer geringen Beute. Bei dem Hauptverdächtigen handelt es sich um einen polizeibekannten Intensivtäter aus Rendsburg.

Nach einem weiteren Tankstellenüberfall in Stafstedt klickten für den mutmaßlichen Täter und seinen Komplizen die Handschellen, gestern wurden sie dem Haftrichter in Rendsburg vorgeführt.

Gerichtssprecherin Rebekka Kleine sagte der Landeszeitung: „Im Verlauf der Vorführung ging der beschuldigte Heranwachsende mit seinem Anwalt ins Beratungszimmer. Weil Gespräche dort vertraulich sind, blieben die Justizwachtmeister im Saal.“ Als er zum Richter zurückgehen sollte, riss der junge Mann das Fenster auf, das nicht vergittert ist, sprang hinaus und lief weg. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, 75 Minuten später entdeckte die Besatzung eines Streifenwagens den Flüchtigen. Kleine: „Er kauerte unter einem Auto.“

Die Haftbefehle wurden verkündet und erlassen – wegen Wiederholungsgefahr. „In Deutschland ist es nicht strafbar zu fliehen“, erklärte Kleine. Ob das Fenster im Beratungszimmer des Amtsgerichts jetzt vergittert wird, soll besprochen werden.

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