Hohenwestedt : Sünnschien an’ Schiet-Wedder-Dag

Straßenmusikanten: Der Chor „Gospel & More“ bei seinem Auftritt vor dem Kaufhaus „Kpunkt“.
1 von 3
Straßenmusikanten: Der Chor „Gospel & More“ bei seinem Auftritt vor dem Kaufhaus „Kpunkt“.

Verkaufsoffener Sonntag mit viel Kultur im ganzen Ort. Zum Programm gehören Ausstellung, Konzerte, Theater für Kinder und neue Fundstücke im Museum.

shz.de von
08. November 2013, 09:54 Uhr

„Eigentlich müsste es heute ja regnen, hageln oder sonst was, denn angekündigt war ja ein verkaufsoffener Schietwetter-Sonntag“, meinte Heino Redinger, als er das Publikum zur Vernissage im Rathaus begrüßte, während die strahlende Mittagssonne den Ratssaal und die darin ausgestellten Gemälde erhellte. Die Eröffnung der neuen Jahresschau des Künstlerkreises Hohenwestedt war der Auftakt eines umfangreichen kulturellen Rahmenprogramms beim ersten „Schiet-Wedder Koop-Sünndag“.

„Hier im Ratssaal bekommen Sie schon einen Eindruck von der ganzen Vielfalt, die unser Künstlerkreis zu bieten hat“, befand Redinger. Dass die artistische Bandbreite der Gruppe noch größer geworden ist, konnte man dem einleitenden Vortrag von Uschi Busse entnehmen, die von drei Neuzugängen berichtete: Brigitte Emmer, Rosita Lüdtke und Renate Knerlich Zeriadke haben sich dem Künstlerkreis Hohenwestedt angeschlossen. Alle drei Neulinge präsentierten nun auch schon Gemälde zum Ausstellungsmotto „Blickfang“. „Wir sind zwölf unterschiedliche Menschen, und darum kommen eben bei einem vorgegebenen Thema unterschiedliche Bilder dabei heraus“, vermerkte Uschi Busse mit Blick auf die wieder sehr abwechslungsreichen Jahresschau-Werke ihrer Künstlerkreis-Kollegen. Heino Redinger zum Beispiel zeigte eine ganze Serie von abstrakten Gemälden unter dem Motto „Moloch Großstadt“, während Sigrid Mittl unter anderem das Nordlicht und den Antelope-Canyon in Arizona gemalt hatte. „Wie Sie sehen können, haben wir wieder eine bunte Vielfalt zusammengetragen“, bilanzierte Uschi Busse.

Während die Eröffnungsgäste die in der Ratsgalerie auf zwei Etagen verteilten Kunstwerke inspizierten, gab Pastor Christian Carstens in der Peter-Pauls-Kirche Erläuterungen zur Geschichte des Hohenwestedter Gotteshauses, das 1768 abbrannte und dessen Neubau 1770 eingeweiht wurde. Bei der abschließenden Besteigung des 38 Meter hohen Kirchturms gelangten die von Carstens angeführten Besucher bis in 30 Meter Höhe, wo sie aus einer Dachluke heraus in der Ferne die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke ausmachen konnten. Direkt im Anschluss lud Kantor Norbert Klose zu einer Orgeldemonstration mit Klangbeispielen ein.

Ab 14 Uhr hatte wie an jedem Sonntag das Heimatmuseum geöffnet. Im Vorfeld des „Schiet-Wedder Koop-Sünndags“ hatte der Museumsverein auf zwei seltene Fundstücke hingewiesen, die erstmals im Museum zu sehen waren: Teile einer vermutlich im 19. Jahrhundert angelegten Holzrohrdrainage, die vor ein paar Wochen in der Gemarkung „bei den Fischteichen“ gefunden worden waren. Von Marlies Grimm konnte man indes erfahren, dass das Museum eine ganze Reihe von Neuerwerbungen zu bieten hat, zum Beispiel alte Mausefallen, Waagen, Brotmaschinen, Zigarettenetuis mit dem Ehrenmal Wilhelmshöhe als Ziermotiv, Fotoalben mit eingebauter Spieluhr, Kinderwagen und Puppenhäuser. „Wir bekommen laufend Sachen geschenkt“, berichtete Marlies Grimm, „und wir freuen uns über jedes Stück.“

Um 15 Uhr begann im Sport- und Jugendheim eine vom Kinderschutzbund (KSB) Hohenwestedt präsentierte Aufführung des „Figurentheaters Wolkenschieber“. „Wir sind ausverkauft“, freute sich KSB-Ortsvereins-Chefin Melanie Theede, und dann verfolgten 140 begeisterte Kinder das Theaterstück „Es kam aus Übersee“. Zur gleichen Zeit gab der Chor „Gospel & More“ ein Konzert in der Peter-Pauls-Kirche. Nach zehn Liedern verkündete Chorleiterin Inken Jensen-Klose, dass die Sängerinnen und Sänger sich auf den Weg durch den Ort machen würden: „Mal gucken, was passiert – ich bin sehr gespannt.“ Erste Station der Straßenmusikanten war das Kaufhaus „Kpunkt“, wo Inken Jensen-Kloses Schützlinge unter anderem „He’s got the whole world…“, „Jesus is my salvation“ und „Sandyland“ zum Besten gab, ehe sie von Dieter Krompholz zu Kaffee und Kuchen eingeladen wurden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen