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Tag der Heimat : Suche nach Heimat ein Grundbedürfnis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Tag der Heimat wurde im Nortorfer Rathaus gefeiert. Schlesier, Ost- und Westpreußen, Pommersche Landsmannschaft und die Nordörper Volksgill reden vor rund 22 Gästen. Die Chorgemeinschaft Thienbüttel/Groß Vollstedt untermalte musikalisch den Tag.

Am vergangenen Sonntag fand im großen Sitzungssaal des Nortorfer Rathauses die Feierstunde des Tags der Heimat der Heimatvertriebenen statt. Eingeleitet wurde er von der Chorgemeinschaft Thienbüttel/Groß Vollstedt. Vor 22 Gästen eröffnete Bürgermeister Horst Krebs um 11.15 Uhr die Feierlichkeiten. Zuvor wurde auf dem alten Friedhof am Kreuz des Ostens ein Kranz niedergelegt. In seiner Rede warf Krebs einen kurzen Blick zurück in die Zeit, als die damaligen Flüchtlinge in Nortorf angekommen waren, die, wie er sagte, voll integriert und akzeptiert seien. Sie hatten all ihr Hab und Gut verloren, und brachten als Erbe ihr Wissen und ihren Fleiß mit, die sie hier weitergegeben haben. Er fand zudem lobende Worte für ihr Engagement beim Wiederaufbau der Wirtschaft, für die sie einen wertvollen Beitrag geleistet haben. Dabei griff er zurück auf eine Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck, die im Juli diesen Jahres in Litauen beim dortigen Thomas-Mann-Festivals gehalten wurde. „Die Suche nach der Heimat ist ein menschliches Grundbedürfnis, das wir alle teilen. Es ist ein lebenslanges Streben.“

Die Vetreterin der Pommerschen Landsmannschaft, Erika Carstensen, begann als erste mit einem Text zur alten Heimat, sie beschrieb, wie Menschen aus Pommern in früheren Zeiten als Religionsflüchtlinge nach Amerika auswanderten, und zum Beispiel in Wisconsin/USA, aber auch in Brasilien heimisch wurden und Deutsche Siedlungen gründeten, sich überall dort ihre Sprache und ihr Brauchtum erhielten, was sich in Ortsnamen, Speisen aber auch, wie in Brasilien, im Bierbrauen niederschlug.

Für die Schlesier sprach Elfriede Trinker, die in einer „Schlesischen Legende“ die Vorzüge und Schönheit dieser Landschaft, in der im Riesengebirge der Berggeist Rübezahl seine Heimat hat, hervorhob. Auch hier kam im „Schlesischen Himmelreich“ das Essen nicht zu kurz. Für die Ost- und Westpreußen sprach dann Paul Trinker mit Augenzwinkern und einem Gedicht über einen typischen Ostpreußischen Pastor, der unter der Woche den leiblichen Genüssen frönt und dann am Sonntag von der Kanzel seinen Schäfchen ordentlich die Leviten liest, was allgemeine Heiterkeit auslöste. Als letzter Redner sprach als Vertreter der Nordörper Volksgill Wilhelm Ehlers, dem es gelang, mit einem heiteren Plattdeutschen Text einen Bogen über die Sprache zur Heimat zu schlagen. In seinem Schlusswort ging Bürgermeister Horst Krebs noch einmal auf alle die ein, die ihre Heimat verloren haben. Weltweit seien 45 Millionen Menschen auf der Flucht. Eine besondere Erwähnung fanden auch die derzeitigen Flüchtlinge aus Syrien. Mit tatkräftiger Unterstützung des Chores wurden nach jedem Beitrag die entsprechenden Heimatlieder gesungen, den Abschluss bildete die Nationalhymne.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 13:02 Uhr

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