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Bilanz in Rendsburg : Sturmholz lässt die Stadtkasse klingeln

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Stürme „Xaver“ und „Christian“ haben viele Bäume in Rendsburg gefällt. Der Kämmerer erzielt höhere Einnahmen durch den Holzverkauf. Die Freude hält sich aber in Grenzen.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 08:00 Uhr

„Xaver“ und vor allem „Christian“ haben ganze Arbeit geleistet. Die beiden Stürme im Oktober und Dezember des vergangenen Jahres fügten dem Baumbestand in den städtischen Forsten erheblichen Schaden zu. Doch zumindest auf diesen Bereich beschränkt hat die Stadt in der Endabrechnung finanziell sogar noch profitiert. Der Verkauf des Holzes spülte nach Abzug der Kosten für Aufräumarbeiten fast 35.000 Euro in die Kasse – rund 24.000 Euro mehr als sonst üblich in einem Jahr.

Die Freude darüber hält sich bei Stadtkämmerer Herwig Schröder allerdings in engen Grenzen. Zu sehr habe das Stadtbild unter den Sturmschäden gelitten. „Es ist ein Trauerspiel. Der Gerhardshain sieht aus wie nach einem Bombenangriff. Es wird noch lange dauern, bis er sich davon erholt hat“, sagte Schröder. Und auch Frank Thomsen betonte: „Insgesamt müssen wir von einem schweren Verlust sprechen – sowohl finanziell als auch für das Stadtbild.“ Die vorläufigen Zahlen präsentierte der Fachbereichsleiter Bau und Umwelt jetzt im Umweltausschuss. Abschließend, so Thomsen weiter, ließen sich die finanziellen Auswirkungen noch nicht bemessen. „Wir sind noch nicht einmal mit dem Aufräumen fertig.“ Zu den Beratungen zum Nachtragshaushalt 2014 im August/September dieses Jahres sollen die endgültigen Zahlen aber vorliegen.

Von den Stürmen waren auch die öffentlichen Grünanlagen, die keine Forsten sind, sowie das Straßenbegleitgrün betroffen. Dort und bei bebauten Liegenschaften der Stadt belaufen sich die bisherigen Sturm-Kosten zusammen auf rund 90 000 Euro – eine mögliche Aufforstung noch nicht eingerechnet. Eine direkte Gegenbilanzierung der Summen sei zwar problematisch, so Thomsen. Das Minus, das die Stadt hinnehmen muss, beläuft sich aber auf rund 55 000 Euro.

Wo und wie in welchem Maße nachgepflanzt und aufgeforstet wird, steht noch nicht fest. Eine gesetzliche Verpflichtung gibt es nicht. „An markanten Stellen in der Stadt wie am Thormannplatz, an der Schleuskuhle oder in der Parkanlage Gerhardsteich werden Nachpflanzungen mit Sicherheit vorgenommen“, sagte Thomsen.

Die Vermarktung des Holzes übernahm gemäß einer im Jahr 2003 von der Stadt Rendsburg geschlossenen Vereinbarung die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. „Das Stamm- und das Industrieholz wurde über den Holzhandel zu marktüblichen Preisen an die Schleswig-Holsteinische Holzagentur und an die Firma Trede Walddienst verkauft“, sagt Stadtkämmerer Schröder. Das hochwertigere Stammholz finde beispielsweise in der Möbel-Industrie Verwendung, das Industrieholz werde etwa für die Herstellung von Spannplatten benutzt. Private Interessenten für das Sturmschaden-Holz hatten sich auf eine Warteliste setzen lassen können. „Der Umwelt- und Technikhof ist derzeit noch stark eingebunden in die Beseitigung der Sturmschäden“, erklärte Herwig Schröder. Im Februar sollen die so genannten Selbstwerber aber von der Stadt benachrichtigt werden und Bäume zugewiesen bekommen.

Die Stadt rechnet durch den Verkauf mit weiteren Einnahmen in Höhe von rund 1000 Euro.

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